Tetragrammaton Code

Kategorisierung:Kodierungen / symbolbasiert
Herkunft / Verwendung: Diese Geheimschrift wurde durch Matteo Argenti (1562-1616) ins Familienbuch der Argenti Familie eingetragen. Die Argenti waren im 16. Jahrhundert die Chiffresekretäre des Papstes. Diese Chiffre wurde allerdings nicht für die offizielle Korrespondenz im Staatssekretariat verwendet, sondern maximal in Privatdepechen der Argenti. Sie war nämlich schon einmal in einem Buch abgedruckt worden und die Argenti hatten den Grundsatz, bereits veröffentlichte Chiffre nicht zu benutzen. Der Grund für diese Einstellung ist offensichtlich, denn es handelt sich um eine feste Kodierung ohne Schlüssel. Man könnte aber natürlich die Buchstaben des Codes in willkürlicher, zufälliger Reihenfolge anordnen, was einen Zuwachs an Sicherheit bringen würde.

Aufgrund des gemeinsamen geometrischen Basis des Verfahrens ähnelt dieser Code dem Freimaurer Code.

Die Tetragrammaton Geheimschrift basiert auf den damals üblichen 20 lateinischen Buchstaben. Das J (durch I ersetzt), das K (durch C ersetzt), das V (durch U ersetzt), das W (durch UU ersetzt), das X (durch C ersetzt) und das Y (durch I ersetzt) gab es damals noch nicht. Man kann sich aber leicht eine Abwandlung mit vier mal sieben Buchstaben vorstellen, die dann Platz für 28 Buchstaben bieten würde.

Spezifikation des Codes

tetragrammaton1.png

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Es sind weitere Varianten bekannt:

Anwendung

Der Winkel, in dem sich der jeweilige Klartext-Buchstabe wiederfindet, wird als Geheimtextzeichen notiert und darunter die Position (von 1 bis 5), an der er sich in diesem Abschnitt befindet. Leer, Satz und Sonderzeichen werden ausgelassen.

Bei der Entschlüsselung wird entsprechend der x. Buchstabe im angezeigten Winkel-Abschnitt als Klartext notiert.

Beispiel

Klartext:Beispielklartext
Kodiert:

Code / Chiffre online dekodieren / entschlüsseln bzw. kodieren / verschlüsseln (DeCoder / Encoder / Solver-Tool)



Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links

Meister, Aloys: Die Geheimschrift Im Dienste Der Papstlichen Kurie, Schöningh Verlag Paderborn, 1906, S. 95