Dekodierter Text der Codex Copiale Geheimschrift
Anmerkungen:Die hier dekodiert wiedergegebene Copiale ist ein in Geheimschrift geschriebener Text aus dem 18. Jahrhundert der "Hocherleuchteten Oculisten-Gesellschaft", einem Geheimbund ähnlich der Freimaurer-Logen, den es von 1742 bis 1763 in Wolfenbüttel in Deutschland gab, weitere Informationen unter https://kryptografie.de/kryptografie/chiffre/copiale.htm
Erste Transkription des Copiale Documents im August 2011 von Kevin Knight von der University of Southern California, sowie Beáta Megyesi und Christiane Schaefer von der Uppsala Universitet, Schweden.
Übersetzung, u. a. der geheimschriftlichen Zeichen, die für ein Wort stehen, ins Deutsche; Inhaltsverzeichnis und Korrekturen von Oliver Kuhlemann, Kryptografie.de, 2025
Formatierungen:
- Kommentare, die nicht im Copiale enthalten sind, beginnen mit "###"
- Unsichere Geheimzeichen sind mit einem ? gekennzeichnet
- Damals wiederholte man das erste Wort einer neuen Seite häufig auf der vorhergehenden. Dies diente dem Lesefluss und der Seitenzuordnung. Solche Wörter sind durch ein # gekennzeichnet
- Die Seitennummern sind durch ### SEITE {n} angegeben
- Die Spezial-Geheimbuchstaben, die für ein ganzes Wort stehen, sind in Sternchen eingebettet, z. B. *Loge*
- Neue Kapitel sind durch Fettschrift gekennzeichnet
Inhaltsverzeichnis:
1. Abschnitt: Geheimer Unterricht vor den Gesellen
1. Titel: Zeremonien der Aufnahme
2. Titel: Kennzeichen eines Lehrlings
2. Abschnitt: Geheimer Unterricht vor den Gesellen
1. Titel: Aufnahme eines Gesellen
2. Titel: Kennzeichen eines Gesellen
3. Abschnitt: Geheimer Unterricht vor dem Meister
1. Titel: Aufnahme der Meister
2. Titel: Kennzeichen eines Meisters
3. Titel: Über das wahre Geheimwissen
4. Titel: Spezielle Pflichten eines Meisters
5. Titel: Geheimste Absichten der Gesellschaft
2. Kapitel: Von der Gestalt der Loge
3. Kapitel: Von der Aufnahme
4. Kapitel: Von denen Kennzeichen
5. Kapitel: Von denen so genannten Arrangements
6. Kapitel: Die Disziplin Ehrentitel Gesundheit
7. Kapitel: Vom Maitre Eccossois
Dekodierter Text der Copiale:
### SEITE 1
: des
gesetz buchs
der hocherleuchte *Okulist* en *Gesellschaft*
geheimer theil .
erster abschnitt
geheimer unterricht vor die gesellen .
erster titul .
ceremonien der aufnahme .
wenn die sicherheit der *Loge* durch den ältern th
ürhüter besorget und die *Loge* vom dirigirenden *Meister*
durch aufsetzung seines huths geöffnet ist wird
der candidat von dem jüngern thürhüter aus ei
nem andern zimmer abgeholet und bey der hand
ein und vor des dirigirenden *Meister* tisch geführet
dieser frägt ihn :
erstlich ob er begehre *Okulist* zu werden
zweytens denen verordnungen der *Gesellschaft* sich un
### SEITE 2
terwerffen und ohne wiederspenstigkeit die lehrzeit
ausstehen wolle .
drittens die *Geheimwissen* der *Gesellschaft* zu verschweigen und
dazu auf das verbindlichste sich anheischig zu machen
gesinnet sey .
der candidat antwortet ja .
viertens : ob er schon inner andern geheimen
*Gesellschaft* zum exempel unterdenen *Freimaurer* mopsen oder der
gleichen sey als welches er alhier auf ehr und
reputation bekennen müsse antwortet er : ja so
frägt der dirigirende *Meister* :
fünftens : ob er nicht seinen vorigen brüdern
versprochen habe die *Okulist* rey ihnen zuverrahten
er mag nun hierauf antworten was
er will so muss er dem diriginenden *Meister*
folgendes nachsprechen
" wie gross auch die folgsamkeit und treue
# seyn
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" sey so ich denen ... versprochen
" so soll doch dieses der hochlöblichen *Okulist* rey
" zu keinem nachtheil gereichen ichverspreche
" ausser demjenigen so ich in der gewöhnli
" chen *Okulist* en verpflichtung zusagen werde noch
" zum überfluss bey dem eyde den ich denen
" ... gethan dass ich der *Okulist* *Gesellschaft* eben
" so treu und wenn es möglich ist noch
" treuer seyn will als der ... lasse
" auch geschehen dass alle straffen so der ...
" eyd enthält an mich vollstrecket werden wo
" ferne ich das geringste von der *Okulist* rey
" an die ... auf einige art und weise
" verrahten solte .
der dirigirende *Meister* spricht so dann zum cere
monien *Meister* :
" ich übergebe dem bruder hiermit den can
### SEITE 4
" didaten mit leib und seel dass er zusehe ob
" seinem schwachen gesichte nicht etwa ohne opera
" tion zu helffen stehe .
dieser führet ihn hierauf zu einen nebentisch worauf
nebst vielen lichtern mancherley instrumenta auch
brillen perspectiven microscopia ein tuch und ein glas
mit wasser sich befinden hier muss er sich auf ein tabou
ret niderlassen und ein stück unbeschriebenes papier
eine zeitlang betrachten wenn er nach einiger
zeit antwortet dass er nichts geschriebenes darauf
sehe so setzt der ceremonien *Meister* ihm einen brillen
auf und fragt ihn nochmals ob er die schrifft nicht
lesen könne antwort nein inzwischen tröstet ihn
der ceremonien *Meister* so gut als möglich macht ihm hoff
nung zur besserung wäscht ihm mit einem tuch die
augen aus und wenn alles nichts helfen will vermel
det er dass man zur operation schreiten müsse als
# denn
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denn greiffen alle anwesende mittglieder zu den
lichtern stellen sich rings um den candidaten und der
ceremonien *Meister* rupfet ihm unterbeständigen ermahnen trö
sten und aufmuntern mit einer kleinen haarzange ei
n haar aus den augenbraunen und beschliesst damit die
operation darauf rufft der dirigirende *Meister* den can
didaten wieder zu sich und sagt ihm :
" er stehet vielleicht in den gedanken dass we
" nig ernsthaffte sachen bey der *Gesellschaft* zu finden
" er solte aber des gegentheils versichert seyn
" und bey den ceremonien nicht auf die schalen
" sondern auf den kern sehen auch zu dem ende
" denen symbolischen handlungen davon keine
" ohne bedeutung sey weiter nachdencken .
hiernächst thut an ihn der dirigirende *Meister* noch
mals die anfangs erwehnte drey fragen und
wenn er diese annehmlich beantwortet auch der
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dirigirende *Meister* alle anwesende zu zeugen angeruffen
muss er die rechte hand auf das auge legen so
der dirigirende *Meister* am halse trägt und dasjenige
nachsprechen was der secretarius ihm vorlieset die
verpflichtungs formul ist diese :
" ich n ... n ... verspreche so gewiss als mir meine
" ehre lieb ist dass ich von allen heimlichkeiten
" dieser *Gesellschaft* und vonallen was ich gesehen gehöret
" und gefühlet niemals wem es auch sey und
" auf was für art es auch geschehen könne etwas
" anders bekannt machen will als was mir davon
" zu sagen erlaubt wird ferner verspreche ich
" niemals in einige andere geheime *Gesellschaft* sie mö
" ge aus schon erdachten oder noch zu erdenkenden
" brüderschafften bestehen ohne speciale erlaub
" niss des hocherleuchteten gross *Meister* s mich zu
" begeben ich verspreche dieses der ganzen *Gesellschaft*
# der
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" der *Okulist* en von welchen nationen sie nur
" seyn mögen so wohl denen jetzigen als zukü
" nftigen mitgliedern und zwar dergestalt
" dass ich mir gefallen lasse wenn ich gegen
" dieses mein versprechen handeln solte dass
" man mich für eine schande des { männlichen / weiblichen }
" geschlechts und der gantzen ehrbaren welt auch
" für das unwürdigste mitglied dieser hoch
" erleuchteten und ansehnlichen *Gesellschaft* auf was
" für art man nur immer wolle öffentlich er
" kläre und halte ohne dass ich darüber mich
" beschweren will .
hierauf ziert ihn auf befehl des dirigirenden *Meister*
der schaffner mit den lehrlings schmuck um den rechten
arm und führet ihn wiederum an den nebentisch all
wo indessen statt des unbeschriebenen blattes der
secretarius den völligen unterricht vor die lehr
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linge hingelegt als welchen man zu diesem ende von
dem secretario hat übersetzen lassen allein noch vor
schliessung der *Loge* so durch abnehmungdes huths geschie
het wieder zerreissen soll die sämmtlichen brüder gra
tuliren und der schaffner erkläret ihm in so ferne die
insignia obenhin als sie die blindheit und scharfsich
tigkeit simbolice anzeigen sollen untterrichtet ihm
aus dem aufsatze in dem was er als lehrling wissen
muss und lehret ihn einige maximen so gegen die
fremden und gegen die falschen brüder zu gebrauchen sind
die vornehmsten hievon sind : nicht disputiren die
*Okulist* rey nicht vertheydigen auch damit brilliren wollen
niemanden ohne wichtige ursache v *Loge* r einen bruder
erkennen in gesellschafft fremder keine zeichen geben
und so weiter .
zweyter titul .
kennzeichen eines lehrlings .
# erst
### SEITE 9
erstlich man wendet den kopf ungezwungen nach
der lincken und gleich darauf nach der rechten
seite als wenn man sich nach etwas umsähe .
bediene dich des schnupftuchs und siehe
den fragenden an .
zweytens wenn man eine hand nicht rühret
mit der andern hergegen eine willkührliche bewe
gung macht und den andern ansiehet .
ich mache ebenfals wilkührliche bewe
gungen doch mit der andern hand .
drittens einer nimmt toback mit den daumen
und den mittelsten finger der lincken hand .
berühre mit der lincken hand dein
linckes auge .
jede frage hat demnach ihre eigene antwort
und leidet keine andere die ordnung aber der
fragen ist willkührlich hingegen soll man niemals
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mehr als eine frage thun so lange nicht der ant
wortende mit einer folgende frage hervorgerückt auch
muss ein bruder der sich zu erkennen giebt die
gantze ceremonie seiner aufnahme zu erzehlen und
die personen so gegenwärtig gewesen zu nennen
wissen .
wann fremdlinge zugegen sind und einer unvor
sichtig spricht oder handelt antwortet man : das weiss
ich schon .
zweyter abschnitt
geheimer unterricht vor die gesellen
erster titul .
aufnahme eines gesellen .
wann die gesellen *Loge* beysammen vor derselbigen sicher
heit gesorget und sie gehörig eröffnet führet der jün
gere thürhüter den lehrling ein und vor den dirigiren
den *Meister* dieser frägt ihn : was er begehre er antwortet
# :
### SEITE 11
: dass seine meisterliche klarheit ihn frey sprechen
und zum gesellen schlage möchte der dirigirede *Meister* frägt
weiter : ob er der *Gesellschaft* bishero treu gewesen auch
das versprechen in keine andere geheime *Gesellschaft* sich zu
begeben heilichlich gehalten habe und dieses in öfent
licher gegenwärtig versammleter *Loge* bey ehre und
gewissen frey bekennen könne antwortet er nein oder
wird sonst überzeuget dass er dem zu wieder gehan
delt so wird er mit einem starcken verweiss wegen sei
nes ungehorsams zurück gewiesen und bleibt von dem
amte eines gesellen auf ewig ausgeschlossen kan er
hingegen seinen gehorsam hinlänglich beweisen so
frägt der dirigirende *Meister* weiter ob er sich dem was
mit ihm vorgenommen werden solle willig unterwerffe
antwort ia ob er der nurerwehnten ersten zusage sich
wohl erinnere und selbige wiederhohlen wolle ia
der dirigirende *Meister* rufft deswegen alle anwesende zu
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zeugen welche sich rings um ihn herstellen worauf er
wiederum die rechte hand an das dem dirigirenden *Meister* um
den hals hängende auge legen und dem secretario nachsprechen soll .
" ich gedencke anjetzo an das was ich als lehr
" ling schon angelobet und verpflichte mich noch
" mals dazu unter denen vorigen straffen aufs feyer
" lichste will auch nicht einmahl einem lehrling
" entdecken was ich als geselle erlernet .
dann stehet der dirigirende *Meister* auf schlägt den neuen
gesellen mit den scepter auf die lincke achsel und
sagt ihm :
" dieser schlag ist das zeichen und der anfang
" derjenigen vertraulichkeit die der bruder
" von jetzo an als geselle von uns zu erwar
" ten hat und vermögerwelcher er zu ein und
" anderer wichtigen arbeit nach dem maass
# sein
### SEITE 13
" seiner geschicklichkeit und folgsamkeit so :
" zugelassen werden .
darauf legt der ceremonien *Meister* ihm den gesellen
schmuck nemlich ein gleiches band wie das vorige
so er auch behält am lincken arm an er empfängt die
glückwünschungen von allen anwesenden und der schaff
ner unterrichtet ihn in denen hiernächst folgenden
kennzeichen der gesellen .
zweyter titul .
kennzeichen eines gesellen .
erstlich einer berühret mit der rechten hand
sein rechtes auge .
ich bestreiche mit der rechten hand die
rechte seite des halses berühret aber der fragende
mit der rechten hand das lincke auge so bestreiche
ich auch mit der rechten hand die lincke seite des
halses .
### SEITE 14
zweytens jemand frägt in wie viel stunden ta
gen oder monaten ich meine wissenschafft und kunst erlernet
so nehme ich die zahl derjenigen zeichen
die er alleine mir schon gegeben in jetzigen fall hiesse es
inclusive der lehrlings zeichen fünffe .
drittens man frägt nach einigen schon gegebenen zeichen
wie viel die klocke sey .
ich nehme die zahl derjenigen zeichen so wir bey
de zusammen einander schon gegeben und rechne dieses letz
te mit dazu im jetzigen fall hiesse es inclusive der
lehrlings zeichen zwölffe .
nota dass keiner als geselle zu fragen ist be
vor er nicht die lehrlings fragen gehörig beantwortet
und keiner als geselle erkannt werden soll bevor er
nicht auch in allen gesellenzeichen geschickt erfundenwor
den und die gantze ceremonie der aufnahme erzeh
let hat .
# dr
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dritter abschnitt
geheimer unterricht vor die *Meister* .
erster titul .
aufnahme der *Meister* .
die versicherung und eröffnung der *Loge* wird auf
gleiche art wie bey denen vorigen verfüget und erste
res ist hiebey am allernötigsten .
hiernächst wird der candidat von dem jüngern thür
hüter eingeführet und vor den dirigirenden *Meister* gebracht
dieser fragt ihn was er begehre antwort den *Meister* huth
ob er der *Gesellschaft* bisher treugewesen auch das versprechen
in keine andere geheime *Gesellschaft* sich zubegeben heiliglich
gehalten habe und dieses auf gewissen ehre und repu
tation bekennen wolle der dirigirende *Meister* frägt alle
anwesende ob sie diesen des *Meister* huths würdig achten
hat nun der candidat bey der vorherghenden frage
seine treue und gehorsam nicht hinlänglich bewiesen
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so antworten die anwesenden nein und man weiset
den candidaten auf ewig vom meister thum ab ist aber
das gegentheil dargethan so antworten sie ia und
alsdenn lässt der *Meister* den candidaten das *Meister* stück ab
legen das ist seine geschicklichkeit im lesen und schreiben
unserer schiffres zeigen dann legt wiederum der candi
dat die rechte hand auf den *Meister* ornat und spricht
" bey diesem auge will ich mich anjetzt
" und zu ewigen zeiten meiner zu unterschiedenen mahlen
" angelobten *Okulist* pflicht erinnern .
der dirigirende *Meister* löset ihm so dann den gesellen
und lehrlings schmuck ab und nachdem der ceremonien *Meister*
jenem auf befehl das neue *Meister* ornat und den *Meister* hu
th gereichet schmücket der dirigirende *Meister* den candida
ten damit sollenniter aus mit den worten :
" der erleuchtete bruder soll dieser zeichen nie
" mals anders als zu ehren der löblichen *Okulist* *Gesellschaft* und in
# ein
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" einer aufrichtigen *Okulist* *Loge* sich gebrauchen hergegen versi
" chert seyn dass von stund an ihn jeder rechtschaffener bru
" der vor einen wahren *Meister* der löblichen *Okulist* *Gesellschaft* erkennen
" müsse .
der schaffner belehret ihn alsdenn in denen kenn
zeichen der *Meister* und *Groß* *Meister* giebt ihm das wahre *Geheimwissen*
welches ist die historie von dem ursprung der *Okulist* *Gesellschaft*
erkläret das fürnehmste aus unseren geheimen constituti
onen wie auch den wahren verstand des siegels und gie
bt ihm die erlaubniss ein und anders zu seiner nach
richt enschiffre sich auszuzeichnen wünschet ihm nebst al
len anwesenden glück und der dirigierende *Meister* beschlie
sst damit die *Loge* .
zweyter titul
kennzeichen eines *Meister* .
ein *Meister* wird nicht so wohl dadurch erkannt
dass er unsere schiffres fertig lesen und schreiben könne son
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dern vornemlich dass er das *Meister* zeichen wisse so in folgenden
bestehet :
man nennet in einem gespräche einem bruder mit na
hmen zum exempel was macht bruder hans der andere wählt
wieder einen nahmen der mit dem zweyten buchstaben des
ersten nahmens sich anhebet zum exempel er war beym herrn
anthon der erste folgt auf gleiche art und spricht war
herr nicolaus auch da antwort zum exempel nein dieser
besuchte eben seinen vetter sebastian .
ein *Groß* *Meister* wird daran lediglich erkannt dass er
die *Groß* nemlich ein in der grossen *Loge* ausgefertigtes und
besiegeltes diploma aufzeigen kan vermöge dessen ob gleich
des worts *Groß* darinnen nicht gedacht werden sol ihm als
einen *Groß* *Meister* erlaubet wird *Loge* en aufzurichten zu beschlie
ssen aufzunehmen gesellen zu schlagen und den *Meister* huth aufzuset
zen .
#F dritt
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dritter titul .
das wahre *Geheimwissen* nemlich die historie
von dem ursprunge der *Okulist* *Gesellschaft* .
die neugierigkeit ist dem menschlichen geschlecht an
geerbt wir wollen offt eine sache wissen blos des
wegen weil sie geheim gehalten wird auf diese
materie sind einsmals in engelland einige gute
freunde zureden kommen ein jeder von der *Gesellschaft* hat
besondere exempel einer zuweit getribenen
neugierigkeit angeführet endlich sind sie alle
auf die gedanken gefallen unter sich eine brü
derschafft aufzurichten davon niemand als nur die
jenigen so darinnen aufgenommen würden den ent
zweck erfahren solte um zu sehen wie viele der
fürwitz verleiten würde in eine *Gesellschaft* zu treten
ohne vorher zu wissen wozu sie hernach verbunden
wären sie wurden so gleich einig dass sie vorgeben
### SEITE 20
wolten als wenn hinter ihrer vereinigung ein gross
*Geheimwissen* steckte und entschlossen sich gewisse willkührliche zei
chen zu erdencken woran ein bruder den andern erkennen
solte weil aber die zeit dasselbige mahl nicht erl
auben wolten alles auf das genaueste zu veabreden
so wurde dazu ein anderweitiger termin angese
tzet und dazumahl ist auch würcklich die zunfft
dern *Freimaurer* aufgerichtet und ihr dieser seltsame nahmen
beygelegt worden ein einziger nur war bey dem
termin nicht erschienen und als er eine zeitlang
nachher ankam so fand er den *Freimaurer* au aufgeführet
da dann ein grosser theil dieser mäurer gar nicht
wissen konte die andern aber sich nicht mehr erin
nerten dass unser neuangekommener etwas von ih
rem bauwesen verstünde ob er gleich dabey gewe
sen war als man den ersten riss gemacht hatte er wol
te also auch nicht sich ihnen zu erkennen geben und
# da
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da es ihm insonderheit nicht gefiel dass man das
weibliche geschlecht ganz und gar ausgeschlossen hatte
und in der wahl der brüder so wenig behutsam
verfuhr so wurde er veranlasset unsere gegenwärtig
blühende *Okulist* *Gesellschaft* zu stifften die einrichtung der
*Freimaurer* rey einer gantzen *Gesellschaft* als ein würckliches *Geheimwissen*
anzuvertrauen und ein jedes mitglied derselben auf
die im fünften titul folgende geheime absichten zu
verpflichten doch ohne dass jemals die *Freimaurer* das gering
ste von der einrichtung unserer *Gesellschaft* erfahren solten um
so mehr dann unsere *Gesellschaft* des vorzugs sich freuen kan
dass das *Freimaurer* *Geheimwissen* in ansehung unserer brüder verflo
gen das unsrige aber ein wahres noch unentdecktes
*Geheimwissen* sey und bleibe .
vierter titul .
speciale pflichten eines *Meister* .
erstlich ein *Meister* muss sehr behutam verfahren
### SEITE 22
mit aufnehmung neuer brüder und mit erhöhung
der lehrlinge und gesellen worauf sie aber eigent
lich zu sehen ist in dem öffentlichen theil genugsam
ausgeführet wenn aber einer nicht diese eigenschafften
in gehöriger maasse besitzt folglich zu unserer *Gesellschaft*
nicht tauglich erfunden wird so heisst es er habe kei
ne leichte hand und diesen ausdruck hat man deswegen
erwählet damit man nicht nötig habe mit solchen
in explicationes sich einzulassen .
zweytens *Freimaurer* können die *Meister* wohl zu lehrlin
gen und zu gesellen erheben und so bald es gesche
hen muss soches an alle bekannte *Loge* en gemeldet
werden sie aber zu *Meister* zu machen bleibet hiemit
ohne den geringsten abfall auf ewig allen *Loge* und
*Groß* *Meister* n verboten doch soll auch dieses verbot ihnen
allemahl unbekannt bleiben dies ist wiederum ein
zeichen einer schwehren hand .
# dr
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drittens die unterweisung der gesellen in
der kunst das ist in unsern schiffres soll nicht eher
geschehen als nach dem beschlossen ist sie zu *Meister* n zu
machen dann soll auch allemahl ein *Meister* zugegen
seyn auch kein ordentlich alphabeth gestattet wer
den .
viertens kein mitglied soll das geringste von
dem dritten abschnitt unsers geheimen theils oder
was nur dahin einschlagen könte ehender erfahren
als nachdem er würcklich zum *Meister* gemacht und
das *Meister* stück abgelegt .
fünftens kein *Meister* soll im geringsten es sey
gegen wem es wolle folglich auch nicht einmahl
gegen die gesellen sich mercken lassen dass unsere e?
*Gesellschaft* auf die *Freimaurer* ein augenmerck habe oder auch
er durch die *Okulist* rey hinter ihre *Geheimwissen*
gekommen sey .
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sechstens müssen die gesellen dahin angewiesen werden
dass sie die augen aller derjenigen personen mit welchen
sie umgehen auf das genaueste untersuchen daraus auf die
beschaffenheit des gemüths schliessen und sich solcher ge
stalt in stand setzen dass sie auf verlangen de *Loge* ein
richtiges portrait von dem caracter einer jeden person
sie sey männlichen oder weiblichen geschlechts zu machen .
wisse hauptsächlich deswegen dass man so viel zuverlässi
ger wissen könne ob solche personen in unserer *Gesellschaft* sich
schicken oder nicht .
siebentens kein *Meister* auch nicht einmahl eine
einzelne *Loge* darf das geringste an gegenwärtigen
geheimen theil unserer gesetze ändern wie dann
auch keinem als nur einem *Groß* *Meister* ein vollständiges
exemplar unserer geheimen constitutionen zu haben
oder zu führen erlaubet ist ein gemeiner *Meister*
darf nur das nötigste daraus extrahiren auch soll
# bey
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bey keiner *Loge* mehr als ein exemplar davon vor
handen seyn den öffentlichen theil hingegen mag eine
*Loge* jedoch mit aprobation aller dazu gehörigen *Meister*
vermehren und verbessern .
fünffter titul .
geheimste absichten der *Gesellschaft* .
nachdem die *Freimaurer* rey auf die maasse wie die bey
lage sub a zeiget uns aufgedeckt und besage des
englischen protocolles sub b gegenwärtiges gesetzbuch
zu stande gekommen so hat man folgendes absonderlich
allen *Meister* n bekannt machen müssen .
erstlich wollen wir die aufgeblasenen *Freimaurer* in ih
ren schrancken halten damit sie wegen ihrer vermeyn
ten wissenschafft sich nicht überheben und von der wich .
tigkeit ihres *Geheimwissen* nicht mehr so sehr pralen mögen
vielleicht auch derselben neugierigkeit etwas zu
thun geben und mit dem mass womit sie ande
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re gemessen anjetzo wieder messen unserer seits her
gegen zeigen wir dass sie mit ihren geschäfften uns we
der zur neugierigkeit noch zum fürwitz zu verlei
ten vermögend sind die sittsamen *Freimaurer* hergegen sollen
uns lieb und werth bleiben .
zweytens soll durch ausbreitung unserer *Gesellschaft*
das *Geheimwissen* der *Freimaurer* unter der hand bekannt werden
damit in denen gesellschafften nicht mehr so viele
falsche urtheile und ungereimtes geschwätze vorkomm
en mögen .
drittens wollen wir dadurch den zulauf der
neugierigen bey den *Freimaurer* hemmen mithin die leistung
so vieler unnützer eyde abkehren dabey aber :
viertens das vergnügen haben dieses werck
allen andern menschen auch so gar denen *Freimaurer* unwis
send auszuüben .
fünfftens derjenigen beruhigung so wir
# in
### SEITE 27
in betracht der *Freimaurer* *Geheimwissen* e vor vielen tausend menschen
voraus geniessen uns in aller stille unter uns all
ein erfreuen . *???*
littera a .
zuverlässige
alte doch mit neuen observationen ver
mehrte nachrichten
von der *Freimaurer* rey .
das erste capitl .
von dem alter dieser *Gesellschaft* .
es sind schon unter der königin elisabeth
und nachmals unter caroli den andern in engell
and gesellschafften entstanden deren glieder sich *Freimaurer*
genennet gar strenge *Geheimwissen* e gehalten doch aber weil
sie mehr böses als gutes ausgeübet allemahl
wieder zerstöret worden ein in anno ein tau
### SEITE 28
send sieben hundert und zehen publicirter tractat
giebt davon mehres licht seit anno ein tausend sieben
hundert und drey und zwantzig aber da nemlich
der hertzog vor montaigu diesen einfall aufs neue
bekommen wie davon der dritte titul ein mehres
licht giebet hat die *Freimaurer* rey sich weiter und zwar
in viele *Loge* en und unter anführung unterschiedli
cher gross *Meister* ausgebreit von der damahligen
letzten einrichtung giebt indessen gegenwärtige bey
lage a mehrere nachricht .
zweyte capitul .
von der gestalt der *Loge* .
eine gute *Loge* solte wohl vier zimmer haben
nemlich eins zur versammlung der candidaten wel
ches ausser der *Loge* und zu welchem niemand der .
zugang verwehret ist eins zur präparation so
verschlossen und bewachet wird und welches man dun
# ckel
### SEITE 29
ckel macht wenn man den candidaten präpariret
hat und allein lässt es sey denn dass man zu de
stomehrer gemächlichkeit dazu noch ein besonderes
haben könne eins zur würcklichen aufnahme und
eins zur deliberation zum protocoliren und ge
sundheitstrincken das erste hat also nichts von der
mäurerey das zweyte so wie das folgende be
wacht wird hat schräncke zur verwahrung der
geräthe tische und stühle auch nehnadeln zwirn
scheeren messer und anfangs licht welches alles
bey der präparation unentbehrlich ist das
dritte muss seine thür nach norden nur drey
fenster gegen osten süden und westen einen tisch
den man nach dem vermögen der *Loge* so prächtig
als möglich zu zieren pflegt gegen osten keinen
spiegel auch sonsten weder tisch noch stuhl haben und
aussen vor deren thür stehen zwey dienerbrüder mit
### SEITE 30
blossen degen vielleicht auch grossen grenadiermützen
mit bärenpeltz gezieret
in diesem geht die hauptarbeit nemlich die auf
nahme neuer brüder für dabey stehet allemahl der
regierende *Meister* welcher *Meister* vom stuhl genant wird al
lein hinter dem tisch und vor dem grossen sessel ein
winckelmaass wenn lehrlings und gesellen *Loge* ist in
den hals und seinen schlägel oben im schurtz tragend
auf dem tisch liegt das constitutionenbuch eine
offene bibel darin das siebende capitul des ersten
buchs der könige aufgeschlagen ist dann ein winckel
maass und ein circkul zwey lichter stehen brennend
auf beyden enden befinden sich so viel frauens
und mannshandschuh auch schürtzen als zur reception
nötig sind von diesem tisch an bis zum westlichen
ende des zimmers wird ein langes wachstuch auf
den boden gelegt zu dessen beyden seiten wenn
# dier
### SEITE 31
die *Loge* gantz complett seyn soll zwey gesellen und
zwey lehrlinge neben einander stehen müssen so dass
der ältere lehrling an der südlichen und der jünge
re an der nördlichen seite wo nemlich der eingang
ist zu stehen kommen gerade vor den wachstuchenen teppich
in westen folglich dem *Meister* vomstuhl gegen über stehen
die beyden aufseher oder surveillants ihre kley
nodien nemlich der ältere eine bleywage und der
jüngere ein linial oder auch eine maurer schnur
in dem halse und die schlägel oder hammer oben in den
schurtz tragend die regirenden *Meister* und oberaufseher
lassen auch wohl ihre kleynodien auf die schnappen
ihrer schürtzen sticken der band darin alle kleynodien
auch die schlüssel des etwanigen schatzmeisters sammt
denen creutzweiss gefassten silbernen federn des
secretarii in ringen getragen werden ist bey jeder
*Loge* besonders in der so genannten grossen *Loge* aber
### SEITE 32
allemahl blau und unten am ende ist er durch den
ring im triangel übereinander genehet alle *Meister* ha
ben die hüthe auf die übrigen aber stehen unbedeckt
wenn grosse *Loge* ist erscheinet der gross *Meister* mit einen
gantz breiten blauen gewässerten bande der wie ein
ordensband getragen wird woran ein circkul hängt
dessen spitzen unten mit dem vierten theil eines tran
spoteurs zusammen geschlossen sind neben ihm steht der schwe
rtträger der bey der ceremonie das blosse schwerdt
in händen hat .
das vierte zimmer hat einen tisch nach anzahl der
anwesenden eingerichtet und nach einer mathematischen
figur öfters wie ein winckelmaass doch auch bisweilen
wie ein griechisches *Tisch* gesetzet auf diesen stehen bou
teillen mit rohten und weissen weingläser die alle
mahl mit dreyen im triangel stehen gleichwie auch
lichter im triangel gestellt nebst tinte und fe
# der
### SEITE 33
der neben den obersten platz vor des secretarii stelle
der regierende *Meister* sitzet in osten oben auf einen sessel
bey einen triangulairen tische an der ecke des
winckels bey einen *Tisch* aber in der mitte dessel
ben der secretarius zur rechten neben ihn die
beyden oberaufseher von beyden flügeln in we
sten auch auf sesseln die übrigen brüder aber
nach der anciennite auf gewöhnlichen stühlen .
dritte capitul .
von der aufnahme .
wer als ein fremder oder so genannter be
suchender bruder in die *Loge* kommen will muss mit
dreymahligen anklopfen nachdem einer lehrling ge
selle oder *Meister* ist sich melden worauf der regieren
de *Meister* wenn man zum dritten zimmer kommt durch
drey schläge mit dem hammer auf den tisch antwor
tet beym ersten zimmer hingegen wird man nach
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einem kurtzen examinereingelassen in jenes kommt man
nicht als nachdem man von einen hinausgeschickten bruder
so scharff als möglich examiniret worden es sey denn
dass man schon vorher als ein ächter und wahrer bru
der sey erkannt worden .
wer nun aber recipiret seyn will muss durch ei
nen bruder sich proponiren lassen der für ihn guaranti
ret und sein pathe genennet wird über ihn wird
ballottiret und wenn es nicht mit kugeln oder
zettuln geschiehet so zeigt man nur das votum affir
mativum mit aufhebung seiner hand an dieses ge
schiehet in dem vierten zimmer nachdem die *Loge* derge
stalt eröffnet worden dass der regierende *Meister* den
ältern oberaufseher einige fragen aus dem cate
chismo der maurerey thut ihm alsdenn anbefiehlt
die sicherheit der *Loge* zu besorgen alsdenn drey
schläge auf den vor ihn stehenden tisch giebt und
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declariret dass die *Loge* geöffnet sey nemlich die
arbeit ihren anfang nehmen solle die schliessung der
selben geschiehet auf eben die art doch erst in dem
erwehnten vierten zimmero
die hauptarbeit nun bestehet in der auf
nahme neuer brüder und hat folgende drey ver
änderungen l
beym lehrling .
da ist zuförder nötig dass ausser dem regie
renden *Meister* zwey vorsteher oder oberaufseher
( surveillants ) welches *Meister* seyn müssen und davon
nur der jüngere als introducteur einen bloss
en degen hat zwey gesellen und zwey lehrlinge
also sieben personen so zu einer vollkommenen *Loge*
gehören zu gegen sind ferner ist zwischen sie nem
lich von westen in osten bis zu des regierenden *Meister*
tisch ein langes vierecketes schwartzes wachstu
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chenes teppichrauf den fussboden gelegt darauf nur
mit kreyde damit man gleich nach der reception
alles wieder auslöschen könne verschiedenes gezeich
net ist nemlich eine windel treppe von sieben stuffen
gleich darüber ein viereck mit mosaique tafel
werck der gantze umkreiss des teppichs ist ein
schmahler zackichter rand daran nach denen vier
plagismundi die vier buchstaben e ... s ... w ... n ...
geschrieben sind auf der nordlichen seite eine säule
nach der ordine sacra mit capitälen von granatäp
feln knäuffen und netzarbeit das capitäl steht
gegen osten zu und der fuss nach westen hin mit dem
mosaique viereck horizontal auf die mitte der säu
le ist ein grosses i geschrieben und auf der südlichen
seite ist eben dergleichen säule worauf ein b ...
stehet in der mitten des teppichs ein runder mit
strahlen umgebener stern oder so genannter comet
# in
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in dessen centro ein g ... geschrieben so gott als den
höchsten baumeister und auch die geometrie bedeutet
über diesen cometen i ist ein gleichseitiger triangul dar
inn der anfangsbuchstabe des nahmens von der *Loge* mit
drey in ein triangul gesetzten puncten geschrieben
dann findet sich neben und über denen zwey säulen
ein stützstock ein brecheisen eine bleywaage ein
spitzhammer und ein schlegel oder so genanter *Meister* ha
mmer weiter oben ein unvollkemmner riss eines ange
fangenen hauses ein viereckiger mühlstein der ein
loch hat auch ein anderer viereckiger stein von
irregulairer figur in beyden obersten ecken gegen
osten sonne und mond in der obersten mitte aber dich
te vor den tisch ein winckelmaass worauf ein zusammen
gerollter schurtz liegt gezeichnet zwey grosse
wachskertzen auf hohen leuchtern stehen auf diesen
teppich in beyden ecken nach osten zu und ein
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dritter in der untersten ecke nach norden hin so
dass diese einen rechtwinckligen triangul machen auf
des regierenden *Meister* tisch stehen deswegen nur zwey lichter
weil er selbsten das dritte vorstellt .
wann nun der regirende *Meister* ordnet dass die ar
beit oder die aufnahme ihren anfang nehmen soll so be
fiehlt er dem jüngern lehrling dass er den candida
ten präpariren solle dieses geschiehet in dem zweyten
zimmer indem man ihn alle metalle sogar geld dosen
schnallen knöpfe und stecknadeln abnimmt die lincke
brust und das rechte knie entblösset die augen ver
bindet und allerhand trostworte zuspricht die ihm noch
mehr furcht erwecken gehorsam und gelassenheit vor
prediget nach den beruf freyen willen nach den bisheri
genleben und wandel religion und nach der absicht
die er bey seinen suchen gehabt und nach seiner
gegenwärtigen gemüthsbeschaffenheit frägt und was
# we
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weiter die geschicklichkeit eines solchen präparanten
giebet .
hirauf nimmt er ihm das licht weg wenn sonst
nicht eine besondere camera obscura verhanden lässt
ihn dorten eine gute weile allein sitzen und mel
det inzwischen bey der *Loge* an dass alles gehörig prä
pariret sey worauf der regierende *Meister* befiehlet
dass man den candidaten hohle dieses geschiehet von
den präparanten mit entblössten degen an der thür
des dritten zimmers meldet er sich durch dreymahli
ges anklopfen der regierende *Meister* antwortet mit
drey schlägen auf den tisch und es wird aufgemacht
auch zu drey vier und mehrmahlen gefragt wer
da sey wie sein nahme geburtsort religion
stand und amt heisse was er wolle ob er einen
beruf habe einen freyen willen besitze
allen geset en sich unterwerffen wolle und endlich
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ob er gehörig päpariret sey nachdem alle diese
fragen annehmlich beantwortet und bey jeder antwort
die thür wieder zu gemacht und der rapport allemahl
von den präparanten zum jüngern vorsteher dann von die
sen bey jedesmahl zu wiederhohlenden drey schlägen auf
die schulter zum ältern dnd endlich zum regierenden *Meister* ge
bracht auch eben so die fragen wieder zurück spediret
worden also der candidat eine ziemliche zeit vor der
thüre hat warten müssen öffnet man endlich die thüre
und bey seinen eintritt schlagen alle anwesende sich selbst
starck auf die lincke brust zugleich empfängt ihn
in der thür der jüngere vorsteher setzet ihm mit de
nen worten bereitet euch zum sterben den degen derge
stalt auf die brust dass der candidat die spitze dessel
bennmit der rechten hand anfassen selbe auf der enntblöss
ten lincken brust halten die lincke hand aber in des
vorstehers lincken hand legen in solcher stellung um
# die
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die versammlung lincks um nemlich von der thür in
norden nach osten sich einmahl herum führen lassen und
dann bey denältern vorsteher in westen bleiben muss da
dann alle anwesende sich selbst nochmahlen auf die
lincke brust schlagen der jüngere vorsteher schlägt dar
auf dreymahl dem ältern vorsteher auf die schulter
und meldet dass ein guter freund hier sey der ver
lange mäurer zu werden der ältere vorsteher sagts dem
regierenden *Meister* dieser lässt über den beruf freyen wi
llen und dergleichen noch einige fragen thun und be
fiehlt so dann dass man ihn zu ihm bringen solle der
ältere vorsteher führt ihn vor des regierenden *Meister*
tisch wofür ein schurtzfell auf den teppich und zwar
recht auf den gezeichneten winckelmaass liegt der can
didat kniet auf das schurtzfell mit den rechten entblöss
ten knie und stellet den andern fuss so dass das bein
perpendicular auf den boden der schenckel abe
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paralell mit den boden und übrigens der leib gerade
sey er legt auf befehl des regiren en *Meister* die rech
te hand auf die geöffnete bibel mit der lincken
hand aber setzt er diezwey spitzen des circkuls wel
chen der *Meister* ihm reichet auf die blosse lincke brust
und schwöret dem *Meister* diejenige pflicht nach welche er
ihm so wie sie in dem zergliederten freymäurer von
wort zu wort lautet vorsagt so ofte denr nahme gott
es genannt oder etwas fürchterliches darinne vorko
mmt schlägt so scharf als möglich der *Meister* mit dem hammer
auf den tisch und alle anwesende sich selbst auf die
brust wenn dieses geendiget ist und der candidat die
bibel geküsset hat befihlt der *Meister* dass man den
neuen bruder das licht solle sehen lasen indem es lan
ge genung sey dass er dessen beraubet gewesen der
ältere vorsteher bindet ihm das tuch ab und i
gleichen tempo macht man mittelst zwey kleider
# bür
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bürsten und haarpoudre calfonium oder stärke so mit de
nen händen in die lichter gesprützet wird helle und
schnellelflammen und die degenspitzen von allen anwe
senden stehen in gleichen tempo rund um den neuen bruder
herum darauf heisst der *Meister* ihn wieder an seinen
ort nemlich in iwesten treten auf dessen befehl ihn
auch den ältere vorsteher unterrichtet wiener als
lehrling zum regierenden *Meister* hin und wieder zurü
ck gehen müsse hat er dieses gethan so überrei
chet solcher ihm den schurtz davon die schnappe in das
knopfloch geknöpfet wird ein paar dames handschuh
für diejenige person fürd welche er die meiste hoch
achtung heget mit der ermahnung dass er sie nicht
an eine verächtlicheaoder liederliche person ge
be dann ein paar mannshandschuh zur arbeit und
sagt ihm ihr tretet andjetzo in einen orden der
weit älter und edler ist als der hosenband
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und das güldene flüss der nicht streitet mit der
religion mit der obrigkeit noch mit der ehrbarkeit
auch erkläret er ihm die zeichnung des teppichs
lässt ihn neben sich treten küsset und grüsset ihn nach
denen kennzeichen merckmahlen und worten eines mäu
res und lehrlings und lässt ihm diese nach der reihe
auf des *Meister* lincken hand herum nachmachen so dass er
am ende der ceremonie allernächst bey dem regieren
den *Meister* zu seiner rechten stehen bleibt dann schliesst
der *Meister* diese arbeit und man geht ins vierte zimmer
um die gesundheit des landesfürsten des englischen
gross *Meister* des deputirten gross *Meister* an dem ort oder
creyse wo die *Loge* ist des *Meister* vom stuhl der die
aufnahme verrichtet seiner vorsteher dann des neuen
brudern und endlich aller abwesenden brüder und
deren angehörigen dames so man schwestern
nennet zu trincken wenn hiernächst alles protocolli
# ret
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ret wird förmlich und völlig die *Loge* geschlossen
vielleicht auch eine mahlzeit gehalten .
beym geselen .
hier bleibt die nemliche einrichtung der *Loge*
ausser dass keine lehrlinge zugegen sind und eben
derselbige teppich der candidat wird eben so alle
in in seiner beliebigen kleidungen schurtz und
die weissen handschuh anhabend und mit offenen au
gen eingeführet auch um den teppich zweymahl an
der degenspitze herum die aufnahme geschiehet eben
so wie beym lehrlinge nur dass er die worte
der pflicht nicht wiederhohlet sondern nur von dem
regierenden *Meister* auf die vorige verwiesen wird und
solcher allemahl eingedenck zu seyn kniend mit
einem deutlichen ja verspricht .
beym *Meister* .
ob gleich eine *Meister* *Loge* eigentlich nur aus
### SEITE 46
dreyen bestehen darf so siehet man doch gerne dass deren
mehr und wenigstens fünff versammlet sind .
der teppich wird alsdenn gantz verändert und wie
nicht allein der regierende *Meister* alsdenn einen circul um
den halse tragen muss so soll auch auf dem teppich
unter dem schurtz ein circkul hinzugezeichnet hergegen
das winckelmaass am ende der westlichen seite nemlich
zu erst der künfftige *Meister* zu stehen kommt hingelegt
seyn der teppich zeigt das grab hirams welches
rund um mit flammen umgeben ist die plagämundi
nebst der sonn und mond denen drey lichtern auch
den cometen und den triangul worinnen der nahmen
der *Loge* befindlich die wercksteine die hammer
die wagen und die zwey eisen sind wie bey
dem lehrlings teppich dahero nur der erwehnte
circul in osten dann ein angefangener grundriss
auf einem zeichnungs brette das auch wohl
# der
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der *Meister* auf dem tische vor sich liegen hat ein
meissel ein todtenkopfi mit knochen und oben auf
den kopf ein gesträuch von cassia und neben densel
ben auf beyden seiten die zwey buchstaben m .. b ...
unten aber der buchstabe h . . so hiram bedeutet
hinzugesetzt sind auch dass der teppich nunmeh
ro verkehrt nemlich nach westen hin liegt einige
zeichen auch wohl ausser dem sarg todtenkopf .
gesträuch und denen dreyen buchstaben als die
drey instrumente womit hiram erschlagen wor
den nichts darauf .
die einführung und übrige ceremonie
der aufnahme gehet zu wie beym gesellen au
sser dass der candiat dreymahl herum ge
führet und wenn er zu letzt als *Meister* zum
regierenden *Meister* gehet beym ersten schritt von ei
nen bruder mit dem stützstocke so von pappe
### SEITE 48
nachgemacht auf die lincke schulter beym zwey
ten schritt mit dem spitzhammer auf die rechte
und beym letzten mit dem schlägel oder *Meister* hammer
gerade vor die stirne geschlagen wird bey dem
letzten schlag wird der candidat rücklings
und unvermuhtet zur erden geworffen gestrecket
auf das grab hirams gelegt und sein schurtz ihm
über die augen gedeckt so lässt man ihm ei
ne weile liegen und lässt um ein klein geräu
sche zu machen die worte iackin und boas jedes
besonders herum lauffen dann befiehlt der *Meister*
man solle ihn als einen lehrling aufheben der älte
re vorsteher fasst ihn an den zeigerfinger rechter
hand der aber durchschlupfet und die bedeutung
hat dass wie hiram funfzehen tage gelegen die
haut von dem finger abggangen und er nicht
anderst als mit denen fünf puncten der *Loge* nemlich
# h
### SEITE 49
hand zu hand fuss zu fuss knie zu knie wangen
zu wangen und hand auf den rücken aufzuheben
gewesen er meldet dahero dass es nicht angehe
und wenn er auch nach gesellen art ihn an den mitt
elsten finger der rechten hand vergeblich aufheben
wollen und solches wiederum mit denen worten an
gezeigt dass die haut die knochen und die kno
ch die haut vierlassen befihlt der *Meister* man solle
ihn als einen *Meister* aufhebeben da er dann mit
dem *Meister* griffe nemlich mit denen fünf puncten
der *Loge* so in denen kennzeichen der *Meister* weitläuff
tiger erkläret wird so geschwind und so rude
als nur möglich aufgehoben wird alsdenn lässt
der *Meister* ihn neben sich treten erkläret ihm die
bedeutung des *Meister* teppichs macht die historie vom
temppelbau vom tode de hirams küsst und
grüsst ihn als *Meister* zum beschluss befiehlt der
### SEITE 50
regierende *Meister* dem neuen *Meister* er solle suchen
was verloren gewesen worauf er reiheherum
zeichen griff und wort geben und solches dem
*Meister* wieder bringen muss und dieser rufft so
dann aus freuet euch mit mir wir haben funden
das verloren gewesen amen welchem die anwesen
de mit husey und dreymahligen händeklopfen
antworten wenn hiernächst in dem vierten zimmer
die gesundheiten getrunken und alles protoc
olliret worden wird auch diese *Loge* förmlich
geschlossen .
das vierte capitul .
von denen kennnzeichen .
generale kennzeichen eines *Freimaurer* sind alle
stellungen gebehrden und zeichnungen womit man ein
quadrat triangul circul oder p erpendicular lie
nie anzeigen kan zum exempel einer streicht sich
# m
### SEITE 51
mit einen finger an die nase gegendie stirne zu
gerade herauf oder mit der gantzen hand das
gesichte herunter so macht er perpendicularlinien
einer setzt die hand in die seite so macht er
einen triangul hieher gehöret auch dass man
in öffentlicher *Loge* wo man die gesundheit der
abwesenden brüder trincken will dadurch ein zei
chen giebt dass man beym trincken drey tempo
macht und beym absetzen mit dem glase an denen
*Okulist*: en gleichsam einen circkulschlag thut überdem
hat jede stuffe ein zeichen ein merckmahl oder
grif un ein wort .
der lehrling streichet sich mit denen vier finge
rn der rechten hand über die kehle hält dabey
den ellenbogen ein wenig hoch und lässt hernach
die hand auf die rechten falten des kleides fallen
so dass sie als ein perpendicul einer uhr ein
### SEITE 52
wenig sich hin und her bewege und das nennet
man das zeichen der griff bestehet darin dass man
mit einen andern den rechten fuss parallel und
gantz dichte jedoch verkehrt zusammen setze und
ihm ordentlich die rechte hand gebe mit dem daumen
aber des andern grosses gelencke des ersten oder
zeigerfingers scharf drücke das wort welches auch
zuweilen gleich buchstabieret wird ist iackin nach
der ersten säule des lehrlingsteppichs davon in dem
siebenden capitul des erstennbuchs der könige
meldung geschiehet beym anklopffen in die *Loge*
meldet ein lehrling sich mit drey schlägen mit
dem finger an die thür davon die ersten zwe
y geschwind und der letzte nach einer pause
geschiehet .
das gesellenzeichen ist dass man mit der rech
ten hand sich selbst an die brust schlage als welches
# a
### SEITE 53
auch jedesmahl beym eintritt in die *Loge* oder
wenn man mit dem regierenden *Meister* sprechen oder sonst
jemand grüssen und seine ehrerbietug bezeigen
will gebraucht wird der griff ist so wie beym
lehrling ausser dass so dann das grosse gelencke
des zweyten oder mittelfingers gedrucket wird
das wort ist boas kan wie voriges buchstabiret
werden und ist von der zweyten säule hergenommen
beym anklopfen an die *Loge* hält ein geselle
einen tact beym ersten schlage inne und thut die
beyden letzten geschwind hinter einander
wie eine wachtel schlägt oder man dic cur hic
sagen wolte .
das *Meister* zeichen so aber nicht leicht anderst
als in der *Meister* *Loge* oder höchstens bey schon er
kannten *Meister* n gemacht wird ist dass man das
geselen zeichen an die brust gebe und in
### SEITE 54
eben den tempo zwar den daumen an der brust lasse
allein die flache hand und die vier finger sol
chergestalt in die höhe hebe dass solche mit dem
fussboden paralel kommen dabey man die augen
und den kopf gegen den himmel hebt der *Meister* griff
ode die fünf puncten der *Loge* bestehen darin
dass einer sein rechtes bein neben des andern
rechten bein dergestalt anschliesse dass die füsse
wiewohl verkehrt parallel und dichte aneinan
der kommen hiernächst die lincken wangen an einan
der geschlossen die lincken hände auf des andern
rücken gelegt die rechten aber einander derge
stalt gegeben werden dass mit dem daumen und dem
kleinen finger imgleichen mit dem zeiger und
dritten finger des andern hand umklammert der
mittelste finger aber allein in des andern
rascette festeeingedrücket wird bey ausübung
#
### SEITE 55
dieses griffs zischet man einander gantz leise
in das ohr das meisterwort macbenah oder auch
nur m . . b . . so einige auslegen der *Meister* ist erschla
gen andere aber dass es das schlupfen bey vergeblich
er aufhebung des neuen *Meister* bedeuten solle beym
anklopfen thut ein *Meister* drey schläge mit dem fin
ger ingleichen tact langsam und gravitätisch .
will man behutsam und sicher examiniren
als welches hauptsächlich nötig ist wenn fremden
die man besuchende brüder oder visiteurs heisst
in die *Loge* gelassen zu werden begehren so hat
man viele und mancherley fragen davon die
mehresten in dem zergliederten *Freimaurer* oder so ge
nannten catechismo befindlich sind zu beantworten
zum exempel was sahe der bruder als er zum
ersten mahle in die *Loge* kam antwort nichts
( denn die augen waren verbunden ) was war es
### SEITE 56
für wetter gut weil nichts als brüder zugegen wa
ren wo steht die *Loge* auf einen hohen berge oder
in einen heiligen thal wo kein hund bellt kein
vogel singt keine frau spricht was für recommenda
tion bringt ihr mit die brüder grüssen euch durch
drey mahl drey seyd ihr ein maurer alle recht
schaffene brüder erkennen mich dafür was hat es
euch gekostet ich habe mein schurtzfell gelöset
was gab euch der *Meister* da für arbeit wo war der
*Meister* in osten wie alt ist der bruder über sieben
oder unter sieben nachdem einer *Meister* oder geselle
ist so dann lässt man auch buchstabiren nemlich
beym lehrlingswort sagt einer nachdem er die
beantwortung auf den andern zurück geschoben i . .
der andere a . . der erste wieder k . . und so wei
ter endlich der eine ja und der letzte kin
eben so wird es auch beym gesellwort gehalten
#
### SEITE 57
beym *Meister* wort aber fällt es nicht mehr vor .
die allersichersten kenzeichen aber sind dass
man von dem fremden die ganze ceremonie der re
ception sich erzehlen und auch zeigen lasse wie
er als lehrling geselle und *Meister* zum regie
renden *Meister* gehen müsse zu welchem letzten behuef
folgendes zu wissen nötig ist .
ein lehrling muss bey der aufnahme seine
füsse dichte neben und aneinander so wohl
die spitzen als die absätzen und zwar auf der
gezeichnet so genannten windeltreppe aufm
teppich stellen dann die füsse einen um den ande
rn auf die sieben gezeichneten stuffen nur wenig
in beständiger parallele fortschieben darauf
aber drey ordentliche schritte dergestalt mit
dem rechten fusse thun dass sie bey jeden tritt
wieder zusammen und in die stellung kommen .
### SEITE 58
ein geselle muss zwar die füsse auch dichte
zusammen stellen allein nicht parallel sondern damit
einen rechten winckel machen wie ein umgekehrtes
römischesch *Groß* so dass der rechte fuss gerade vor sich
der lincke aber gerade nach norden zu stehen kommt
zu welchem ende auch bey der gesellen reception
ein winckel maass gerade vor den tisch liegt welches
beym letzten tritt und wenn er mit denen füssen
gerade dagegen tritt nunmehro zugeschlossen ist
und ein quadrat formiret bey der *Meister* reception
hergegen wird ein höltzern winckelmass beym
antritt gelegt darnach er sich richten und auf be
fragen wie er zum *Meister* gemacht worden sey die
ordinaire antwort geben kan dass er vom
winckelmass zum circkul oder compassi geschritten
sey welcher letztere bey denr *Meister* reception
gerade vor dem tische in natura liegt .
#
### SEITE 59
ein *Meister* macht eben die stellung und auch so
viel schritte doch muss er umwechseln nemlich erst
mit den rechten fuss denn mit dem lincken und end
lich wieder mit dennrechten antreten auch nicht in
gerader linie sondern enziczac gleichsam tau
melnd weil der *Meister* hiram im ausgehen erschlagen
worden .
in öffentlichen *Gesellschaft* en giebt man mehrentheils
nur allgemeine *Freimaurer* zeichen und wartet zu
denen lehrlings gesellen oder *Meister* kennzeichen
wenigstens eine sichere gelegenheit ab griffe
und worte werden niemahls als in der stille ge
geben ist es nötig als lehrling geselle oder
*Meister* sich von weiten zu erkennen zu geben so
muss mans wenigstens sehr subtil machen als lehr
ling sich an den halstuch oder kinn streichen
als geselle etwa auf der brust gelegentlich
### SEITE 60
mit der rechten hand fahren und als *Meister* etwa ei
nen ring den man auf den finger hat besehen oder
auch nur die augen gleichsam seufzend gegen
himmel schlagen .
im schreiben giebt man sich zu erkennen dass
man im text oder bey der unterschrifft trian
gul und quadrate anzubringen sucht darin auch
wohl das datum einschliesst von welchem letztern
man die figur wie einen aritmetischen bruch
macht nemlich die zahl des monats oben und die
zahl des tages unten setzt und in der iahrzahl
an statt eintausend fünftausend nimmt beym schluss
empfiehlt man sich gewöhnlich dem s ... ehr e ...
hrwürdigen b ... ruder d ... urch d ... rey m ... ahl
d ... rey und meldet noch wohl dazu dass man bey
nächster gelegenheit seine gesundheit trincken
wolle m ... it a ... llen e ... hrenbezeugungen d ... er
#
### SEITE 61
e ... dlen f ... rey m ... äurerey .
fünffte capitul .
von denen so genannten arrangemens
oder neu einrichtungen .
nachdem viele falsche brüder sich eingeschli
chen und sonderlich in anno eintausend siebenhundert
und fünf und viertzig der tractat unter
dem titul das entdeckte *Geheimwissen* der *Freimaurer* und mopsen
*Gesellschaft* noch mehr gelegenheit dazu gegeben so
ist man darauf gefallen in jeder *Loge* ein be
sonders kennzeichen und wort einzuführen wel
ches niemanden gegeben wird als dem der darinn
aufgenommen ist dennoch aber an allea *Loge* en ins
geheim communiciret worde damit man dar
aus erkenne ob die antwort des besuchenden
bruders richtig sind oder nicht wenn nun
ein besuchender bruder in eine *Loge* gelassen
### SEITE 62
zu werden begehret so wird er bald im anfange
befraget in welcher stadt oder *Loge* er aufgenommen
worden und wenn er solches angezeiget so muss er
das zeichen und wort von der genannten *Loge* abge
ben als ohne welches er in keine *Loge* gelassen wird
hingegen soll dieses auch niemals anders als bey
dem eintritt in die *Loge* gefodert werden .
es hat zum exempel die berlinische *Loge* zum
zeichen dass einer den zeigerfinger der rechten
hand auf den mund legt anzuzeigen dass er
ein ewiges stillschweigen versprochen habe das wort
@ ist aus dem griechischen genommen und heisset tecton
@ die franckfurther *Loge* legt zum zeichen den mittelsten
finger auf das rechte auge und zugleich den dau
@ men an das ohr das wort heisst archimedes die
marpurger *Loge* stützet zum zeichen den kinn mit dem
@ zeigerfinger der rechten hand das wort heisst solon .
# s
### SEITE 63
sechste capitul .
die disciplin ehrentitul gesundheit
gewisse benennungen einladungen berei
tung der tafel unkosten wapen medaillen
und dergleichen .
der regierende *Meister* giebt erlaubniss zu
reden und befiehlt alles wenn aber ungewisse
dinge vorkommen oder über eine oder andere auf
nahme deliberiret wird wird per plurima
vota decidiret der regierende *Meister* heisst tres ve
nerable die übrigen *Meister* und oberaufseher aber
tres respectables wenn die gesundheiten in ce
remonie getruncken werden befiehlt der *Meister* ladet
euer gewehr ergreiffet das gewehr schlaget an
feur ( feu et bon feu ) der wein heisst das
pulver und man fodert weisses oder rohtes wasser
oder bier nennet man gelben oder weissen sand
### SEITE 64
die gläser heissen canonen und sind gemeinig
lich mit doppelten oder gantz aus einen stück
gemachten starcken füssen versehen wenn der *Meister* eine
gesundheit anfängt kündiget er solche unter
drey hammerschlägen an und die beyden oberauf
seher wiederhohlen sie so wohl mit der benen
nung als mit denen schlägen übrigens müssen dieje
nigen so gesundheiten trincken allemahl aufstehen
und dann benennet jeder die gesundheit
durch drey mahl drey trincket in drey tempo
aus hält alsdenn das glas gerade vor sich
dann geschwinde und dreymahl nacheinander das
glas an die lincke hernach an die rechte
brust und wieder vor sich endlich aber auf drey
tempo senckrecht auf den tisch starcknieder
in der ersten *Meister* *Loge* stösst man das glas drey
mahl nach einander auf den tisch und macht
# d
### SEITE 65
den stoss durch hin und herwackeln allemahl
dreyfach dann klopft alles dreymahl in die
hände und ruft dreymahl husey das ist vivat
derjenige dessen gesundheit getruncken wird
bleibt sitzen und muss sich hernach allein
bedancken .
in der *Loge* dürffen weder religions con
troversien noch staats streitigkeiten noch process
sachen noch personal händel fürgebracht keiner
anderst als bruder genennet am allerwenig
sten gefluchet gelästert oder unehrbahr gere
det werden und man strafft die contraveni
enten mit gelde so zur armenbüchse kommt län
ger als zwölf uhr des nachts darf die *Loge*
nicht zusammen bleiben .
wenn man in einer öffentlichen *Gesellschaft* ei
nen der unvorsichtig spricht will schweigen ma
### SEITE 66
chen sagt man es regnet dahero man auch zur
präcaution wenn man in einer *Gesellschaft* nicht weiss
ob sie alle maurer sind oder nicht frägt was
es für wetter sey die antwort ist gut oder
böse nach befinden der umstände .
die einladung zur *Loge* geschiehet entwe
der durch expresse auf einen halbogen in
kupfer gestochene invitationes darauf viele
maurer zierahten und das wapen der *Loge* be
findlich ist oder auch mit einem dreyeckigen
chartenblatte darauf zum exempel geschrieben
ist a ... usser o ... rdentliche m ... eister l ...
oge dabey auch in einem triangul der
erste buchstabe des *Loge* nahmens geschrieben auch
wohl das wirthshaus und die stunde der
zusammenkunft angezeiget werden kan
#
### SEITE 67
ist eine mahlzeit so wird solche doch nie
mals in der *Meister* *Loge* ( weil sonderlich selten fre
res servans die *Meister* sind zu finden ) sondern
gemeiniglich nach dem diese geschlossen und die
gesellen *Loge* geöffnet worden eben so wie bey ordi
nairen mahlzeiten und zwar am besten im recepti
ons zimmer gehalten damit währenden protocolliren
deliberiren gesundheits trincken und dergleichen
so im vierten zimmer geschiehet alles ohne hin
derung geräumet und alles wieder berei
tet werden könne doch nimmt man gern die
hohen kertzen mit auf den tisch stellt die
übrigen lichter im triangul zu drey und
drey und legt auch messer und gabel im
triangul oder auch rechten winckel der *Meister*
sitzet oben an die besuchenden brüder ne
ben ihm und die übrigen nach der ancienni
### SEITE 68
te dabey werden öfters allerhand lieder
zu ehren der *Freimaurer* rey gesungen bey einem aber
besonders so sich anfängt freres et compagnons
und zwar bey dessen letzten verse da es
heisst ioignons nous mains a mains giebt man
sich rund um die hände so dass der nachbar
zur rechten die lincke und der nachbar zur
lincken die rechte hand bekommt und die gan
tze *Gesellschaft* solchergestalt eine geschlossene kette
formiret .
die unkosten die wapen die medaillen und
dergleichen dinge mehr wie auch die
farben des bandes womit auch öfters die schür
tzen eingefasst vielleicht auch mit derglei
chen färbigen tafft gefuttert werden sind bey
allen *Loge* unterschieden .
/Copiales
@@@@@
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siebende capitul vom maitre eccossois
der grad eines schottischen *Meister* ist eine gantz neue
erfindung und weil mehr als eine *Loge* daran gear
beitet so sind die ceremonien der aufnahme unter
schiedlich zum exempel :
a ... die französische *Loge* bestehet in folgenden
der teppich hat in der mitte den funckelnden stern
worinnen ein grosses i .. geschrieben ist sarg und tod
tenkopf an der seite sonne und mond das allerh
eiligste die arche noä die bundes lade den
strauch von accasia das eherne meer auf den zwö
lf rindern den babylonischen thurm und dergleichen
mehr die *Loge* soll mit dreymahl sieben und
zwantzig schlägen eröffnet werden und die meh
resten verrichtungen geschehen duch drey mahl drey
gleichtwie auch drey mahl drey lichter auf den
teppich stehen der candidat nachdem er neun mahl
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herum geführet worden wird befragt was er be
gehre und antwortet ins allerheiligste zu gehen
der *Meister* findet darauf nöhtig dass er zuvor nach
art der leviten gereiniget werde welches dann
also auch auf solche maasse geschiehet dass man ihm
einige tropfen wassers auf den kopf fallen lässt
der zierath bestehet in einer weissen schürt
ze so roht unterfuttert und die eine helfte
blau die andere aber gelb eingefasst ist
über dieses wird auch ein breiter ponceau
farbener gewässerter band über die achsel
von der lincken zur rechten getragen daran
unten ein goldener triangel einge
knüpft ist der gang eines schottischen *Meister*
ist mit dem gange eines ordentlichen *Meister*
einerley ausser dass bey jeden der
drey schritte ein bein muss schwebend und
# zw
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zwar im triangel gehalten werden das wort
zum eintritt oder die losung ( le mot de passe )
heisst iaquinet oder gabanon das zeichen ei
nes schottischen *Meister* ist anfangs wie das gemeine
*Meister* zeichen in demselben tempo aber hebet man
die hand bis vor die stirne so dass der
daume an die stirn gesetzet und die vier
finger gerade in die höhe gestreckt wer
den der griff bestehet darinnen dass einer
dem andern zu gleicher zeit unter die ellenbogen
fasse und also fest halte das *Meister* wort heisst
iehova der catechismus bestehet in folgenden
fragen und antworten seyd ihr ältester
bruder ich mache mir eine ehre daraus es
zu seyn wo seyd ihr aufgenommen worden
unter dem accacia im allerheiligsten
was habt ihr @ @ gesehen beym eintritt
### SEITE 72
in den tempel ein gross gefässe von ertz ruhend
auf zwölf rindern deren drey gegen morgen
drey gegen abend drey gegen mittag und drey
gegen mitternacht stehen wozu dienete dieses
um die leviten zu reinigen bevor sie in den
tempel gingen woran soll ich erkennen dass
ihr ein ältester bruder seyd ich kenne den
buchstaben i .. und den buchstaben g .. wie viel ist
die uhr hoch zwölfe oder hoch mitternacht w
arum macht ihr das zeichen an der stirn weil
der hohepriester als er in das allerheiligste
gegangen dieses gemacht hat als gott in der
wolcke hernieder fuhr warum traget ihr
das blaue und das gelbe in dem orden weil
die wolcke darinnen got dem mosi erschienen
als er ihm die zehen gebote gegeben blau
und gelb gewesen ist warum wird der
# f
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funkelnde stern so sehr verehret in den orden
weil durch dessen schein der ehrwürdige *Meister* hir
am wiedergefunden worden da nemlich die frische
aufgeworfene erde erblicket worden was
bedeutet das *Meister* wort welches gabanon heisset
dieses ist die losung des *Meister* s wenn er in die
*Loge* tritt warum habt ihr ein winckelmaass
und was bedeutet es dass das allerheiligste
also gebauet gewesen wo hielte sich der
könig salomo auf im tempel beym eingange
im rechten winckel als ein besuchender bruder
was siehet man im allerheiligsten die bundes
lade und nach der bundeslade den babylon
ischenthurm wo hielten sich die lehrlinge auf
im tempel wo standen die *Meister* in der stiffts
hütte wo hielten sich die eyfrigen oder äl
testen brüder auf im allerheiligsten warum
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verehret ihr besonders den accacia weil das grab
hirams des ehrwürdigen priesters mit einem zweig
von accasia bezeichnet war was bedeutet
das *Gott* on gott der weder anfang noch ende
hat was bedeutet der triangel die drey
faltigkeit oder einigkeit der brüder
was bedeutet der griff am ellenbogen
dass die brüder einander unterstützen sollen
wie weit seyd ihr gekommen bis an den
ellenbogen woher kommt das wort gaban
on an dem fluss gabano hatte das heer
derer vom stamm juda das eine ufer und
das heer derer vom stamm israel das andere
ufer besetzt die ersten erschlichen die
losung der andern welche war gabano all
ein der general der israeliten erfuhr
solches durch seine spionen veränderte sie
#
### SEITE 75
in das wort gabanon unnd befahl denen wa
chen der brücken nur diejenigen frey gehen zu
lassen welche das wort gabanon abgeben wür
den diejenigen aber nieder zu machen welche
gabano sagten .
b .. die in teutschland üblich schottischen *Loge* en
haben grösstentheils wo nicht vollenkommen
nachfolgende einrichtung und ceremonien .
sie bestehen ordinair in zwölff bis sechszehen per
sonen und schottischen *Meister* ern zu welcher würde überdem
ehender niemand gelangen kan als bis ein *Meister*
und mittglied der schottischen *Loge* entweder durch den
todt oder dass er sein domicilium in ein ander
es territorium nehme wovon aber die reisende
und auswärtigen candidati welche sich etwan
angeben zu eximiren wären ein schottischer *Meister* muss
in denen drey ersten stuffen als lehrling compagno
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und *Meister* bereits einiige zeit schon aufgenommen
seyn auch sich als ein redlicher ächter maurer auf
geführet und daher als beamter gearbeitet hab
en wann ein candidat zu schottischen *Loge* bey
einem schottischen *Meister* sich angiebt und recipiret
zu werden verlanget wird solches der sämmtlichen
schottischen *Loge* vorgetragen und so dann dessen
leben ud wandel qualitäten und übrigen um
stände gar genau überlegt worauf dann votirt
wird ob man den candidatum sehen fragen und
erforschen wolle gehet dieses durch so wird
demselben eine zeit gesetzet worinnen er
sich in einer ordinairen *Meister* *Loge* anfinden muss
alwo er bey seinen erscheinen von allen
und jeden schotischen gliedern aus denen dreyen
ersten stuffen examiniret und darauf aus der
*Loge* bis auf ferneren bescheid dimittiret worauf
# d
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dann die schottische *Loge* eingerichtet und wegen
des candidati nochmahlige deliberation
angestelet und falls er von allen anständig
erfunden und durch einhellige stimmen abermahlen
erwählet worden dessen reception beschlossen
und ad protocollum genommen wird die
einrichtung der inwendigen schottischen *Loge* bestehet
in zubereitung des tisches welcher nach den re
ceptionszimmer ins quadrat proportioniret und
mit grünen tuch cosiant oder rasch bis auf
die erde umhangen seyn und wo möglich in
osten sten muss auf diesen tisch befindet sich
die bibel auf beyden seiten des tisches vier
weisse wachslichter in form eines quadrats
ein schlacht schwerdt ein gefäss mit oel
worinn allerhand kräuter liegen eine schale
mit brunnen wasser der tapis ist folgendermassen
### SEITE 78
oben an beyden eckseiten sind wolcken gezeich
net aus welcher jeden eine hand mit einer
fahne sich präsentiret auf der rechten stehet
der buchab i . . auf der lincken . . in denen
bahnen in der mitte stehet das allerheiligste
nebst den vorhang auf der rechten hand der
berg sinai in der mitte sind vier circul
und vier quadrate welche wechselsweise um
einander herum gezeichnet worauf vier geb
rochene säulen creutzweiss in form eines
andreas creutz gezeichnet sind welche die
rudera templi vorstellen solen im centro oder auf
jeder der vier säulen stehet ein grosses i . . let
zterm falls aber stehet der buchstab g . . im commeten
lincker hand die bundes lade rechter hand der
kasten noä auf der einen seite das grab hirams
mit flammen und der accacia das irdene meer mit
# den
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den zwölf rindern unterwärts der comet und
die tafeln mosis vier grosse lichter auf den
tapis nota der tapis istebenmässig quadrat
wann nun die schottische *Loge* auf obbeschriebene
art eingerichtet der tapis verfertiget und
die schottische *Loge* sich versamlet so wird in der
selben des candidati persohn qualitäten mittel
undgute aufführung ganz genau nochmahlen
überleget und wo nichts dabey zu erinnern
wird er nochmahlen von dem *Meister* der schottischen
*Loge* proponiret und über selbigen alsdenn ball
otiret bey erhaltung aller stimmen aber wird
er in ein nebenzimmer geführet und darauf eine
halbe stunde alleine gelassen hierauf aber
rock camisohl ausgezogen der kopf entblösset
und wird ihm ein strick um den hals gebunden
worinnen vier knoten auf eine gewisse art
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geschürtzet zubefinden die *Loge* wird indessen
von denen zween *Meister* n in und auswendig gedeckt
und zwar auf folgende art dass einjeder in
beyden händen einen degen hält davon der
linckere zur erden gerichtet der in der rech
ten hand aber in die höhe gehalten wird
hierauf wird der candidat vor die thür
der *Loge* geführet mit der rechten hand an
dessen lincken ellenbogen mit der lincken aber
an das strick gefasset es wird mit dem or
dinairen *Meister* klopf angezeiget dass der
candidat zur schottischen *Loge* sich vor der
thür befinde worauf durch den jüngsten ober
aufseher gefragetwird wer draussen sich
vor der *Loge* befinde was er verlange wie
sein nahme wäre wie lange er als ges
ell lehrling und *Meister* gearbeitet ob er als
# *Meister*
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*Meister* vom stuhl oder beamter schon dienste gethan
was er verlange ob er sich mit pflichten
verwand machen wolle künftighin als schottischer
*Meister* die *Geheimwissen* e zu bewahren und seine künftige
brüder mit raht und that beystehen wolle
wann nun der candidat hierauf gebührend
geantwortet in die *Loge* gelassen und dem älte
sten oberaufseher überliefert welcher ihn auf
obbemeldte art an den strick und ellenbogen
in empfang nimt und nachdem ihm von dem schot
tischen gross *Meister* noch einige fragen geschehen muss
er vier touren um die versammlung machen wäh
rend welcher die vierley wörter der stuffen stille
herum gehen auch die hammerschläge bey jeder
tour angebracht werden nachdem er nun weit
er gefraget was er begehre und geantwor
tet in das allerheiligste zu gehen wird er
### SEITE 82
nach art der leviten mit einigen wassertropfen
so auf den blossen kopf getreufelt werden purifici
ret hiernächst tritt er mit denen ordinairen
*Meister* schritten zum *Meister* wird nachdrücklich auf die
vorigen pflichten verwiesen betheuret solches kn
iend mit auflegung der hand auf die bibel da
das . . . . capitel des . . . . buchs mosis aufgeschlagen
ist tritt dann wieder auf vorige art zurück
doch nur bis auf die mitte des teppichs kniet
auf die rudera templi und wird von dem für
getretenen *Meister* mit dem schwerdt und zwar in
vier schlägen auf den rücken so in form eines an
dreas creutz gezogen werden im nahmen erstlich
des allerhöchsten bau *Meister* s zweytens des heilig
en andreä ( dessen tag auch an statt des ioh
annis tages nunmehro gefeyret wird ) drittens
des schottischen gro *Meister* s vierten der gantzen
# sch
### SEITE 83
schottischen brüderschaf würcklich zum ritter gesch
lagen und nachhero gesalbet darauf muss der neue
schottische *Meister* bis an das ende des teppichs zurück
gehen und nach vorgängiger von dem oberaufseher
geschehener anweisung welche mit den lincken fuss
anheben und den rechten oben an die waden schlag
end und dann so gleich gestreckt und solches mit dem
rechten ebenmässig doch mit den lincken anschlagend und
dann gestreckt noch zwey mahl und also in allen
vier mahl wiederholet wird muss er sich dem *Meister*
nähernder ihm in zeichen griff und wort unterrich
tet solches ihm rund herum machen lässt den teppich
die gesetze historien und catechismum erkläret und
zuletzt vier gaben nemlich vier stück zu allmos
en vier stück dem schottischen gross *Meister* vier stück der *Loge*
und vier stueck der gegenwärtigen brüderschafft entrich
tennlässet der zierath bestehet in einer
### SEITE 84
viereckigt geschnittenen und mit einer viereckigten
klappe versehenen weissen grün eingefassten und ge
fütterten schürtze worauf mit grünen bande vier säu
len in form eines andreas creutz genehet und deren
capitäler in denen vier ecken mit rosen von grün
en bande angedeutet worden in einen kleinen
creutzweissgemachten ordenszeichen so an einem grün
en bande im halse getragen wird und welches auf
der einen seite den gecreutzigten andreas und auf
der andern die rudera templi hat wie sie
auf den tapis zu sehen mit der unterschrifft dul
cia post amara zum zeichen legt man die rech
te hand auf die lincke brust und neiget dabey
den kopf ganz langsam und so starck als mög
lich in die höhe und die augen gen himmel gleich
wie auch die hand mit ausgestreckten fingern
in gleicher höhe mit dem kopfe aufgerichtet wir
# d
### SEITE 85
d der griff ist am ellenbogen wobey noch diese
diffrence zu bemercken dass dieses zeichen von einigen
mit der rechten andern aber mit der lincken gegeben
werden das wort ist adonai das wort der *Loge*
iehova die fragen und antworten sind seyd
ihr ein schottischer *Meister* es wehret mich niemand in das
allerheiligste zu gehen wenn ich will wo seyd ihr
aufgenommen worden in dem allerheiligsten unter
der accacia was habt ihr im tempel salamonis
gesehen die bundeslade und das meer auf die zwölf
rinder worzu ist das meer gebrauchet die lev
iten zu reinigen wodurch seyd ihr zum schott
schen *Meister* geworden durch die hülfe gottes das quad
rat und meinem eigenen fleiss woran erkennet
man dass ihr ein schottischer *Meister* ich weiss
die bedeutung der buchstaben i . . und a . . ich
beschwehre euch dass ihr mir das *Meister* wort gebet
### SEITE 86
dieses ist viel zu heilig dass ich euch solches geben
kan gebet mir es erst gebet mir den ersten buchstaben
so will ich euch den andern geben i . . wie seyd
ihr zur schottschen *Loge* kommen durrch eifer liebe und un
verdrossener arbeit was hoffet ihr bey dieser schott
ischen *Loge* zu erhalten den herrlichen nutzen welchen
viele ächte schottische *Meister* erhalten haben über
haubt ist noch dieses zu melden dass alle in der
schottischen *Loge* vorzunehmende handlungen allemahl
in vier tempo gefasset werden .
c . . die berlinische und braunschweigische *Orden* en
haben nunmehro einerley und theilen auch
ihre einrichtungen denen nächsten nachbaren
mit sie bestehen in folgenden .
der teppich hat die mehresten zeichnungen von
der ordinairen *Meister* *Loge* und keine andere zusätze
als die so genannte rudera templi und den grund
# riss
### SEITE 87
riss des allerheiligsten der sarg ist nebst den todtenk
opfe der accacia und dem knotenstricke an den rand
des teppch nach mittagwärts gezeichnet die
*Loge* ist wie die vorbeschriebene allgemeine teutsche
eingerichtet imgleichen der zierraht der gan
g der griff und das wort adonai hergegen ist
das zeichen mit der hand aus der französischen *Orden* an
genomen da nemlich die hand an die stirne
über die augen gehalten wird die gantze
reception ist aus dem catechismo so hiernächst
folget zu ersehen fragen und antworten
wo kommet ihr her aus der allerheiligsten *Loge*
des heiligen andreas was für gute zeitungen
bringet ihr mit heil und wohlfahrt dem sehrer
habenen ( tres sublime ) *Meister* denen sehrehrwürdigen
( tres venerables ) beamten und denen sehr hochan
sehnlichen ( tres respectables ) mittgliedern dieser
### SEITE 88
richtigen und vollenkommenen *Loge* durch die allerhöch
ste zahl zu was ende kommt ihr hier ich komme
u mit meinen brüdern denen rittern von sanct
andre mich zu erquicken nd um ihre kenntnisse
in der schottischen maurerey mir zu nutze zu
machen seyd ihr ein schottischer *Meister* ia ich
habe diese ehre alle rechtschaffene schottische
brüder erkennen mich dafür und beehren mich mit
ihrer gewogenheit wie soll ich erkennen dass
ihr schottischer *Meister* seyd durch richtigei und gründ
liche beantwortung der fragen die ihr mir die
sen orden betreffend thun werdet ist dem also
so saget mir wo ihr zu der würde eines schottischen
*Meister* gelanget seyd in einer regulmässigen
versammleten *Loge* von schottischen *Meister* n was macht
eine solche *Loge* aus der *Meister* die beyden ober
aufseher und der secretarius wer führete
#
### SEITE 89
euch an die thür des allerheiligsten ein schott
ischer *Meister* warum befragte er euch um die zeichen
merckmale und worte eines gemei en *Meister* nach
dem ihr diesem ein genügen geleistet was that
er ferner er stattete seinen bericht ab was
that er ferner er verband mir die augen und
legte mir einen strick um den hals wie wurdet
ihr eingeführet durch vier starcke schläge was
machte man mit euch nach dem eintritt der jün
gere oberaufseher übernahm mich liess mich drey
creyse um das firmament und einen um den mittel
punct machen und übergabe mich so dann dem ältern
oberaufseher durch vier starcken schläge was ford
erte dieser von euch er fragte mich wer ich sey
und was ich begehre als darauf der jünge
re oberaufseher geantwortet hatte dass ich ein
*Meister* maurer sey und sehnlich verlangte in dem schott
### SEITE 90
ischen *Meister* thum aufgenommen zu werden auch der älteste
oberaufseher davon bericht erstattet hatte befahl ihm
der sehrerhabene mich zu beleren wie ich als schottisch
er *Meister* mich stellen und hiernächst dem sehrerhabenen
mit vier starcken schritten mich nahen müsse nachdem die
ses geschehen was that der sehrerhabene er setzte
mir den blossen degen auf die brust und befahl mir
die hand auf die bibel zu legen was thatet
ihr in dieser stellung ich legte die pflicht eines
schottischen *Meister* s ab woltet ihr wohl dieselbe wieder
hohlen von herzen gerne ich mache mir daraus eine
ehre so saget sie dann ich bitte euch nota
nachfolgender vollkommener eyd ist nur in der
berlinischen *Loge* in den mehresten andern aber nicht
üblich statt dessen die candidaten nur auf die
vorhin schon geleisteten pflichten verwiesen werden
wo hergegen der eyd würcklich geleistet wird und
# etw
### SEITE 91
etwa die brüder bey der reception sich zu setzen
gewohnt sind müssen sie bey der leistung oder er
zehlung des eydes allesammt austehen die pflicht
ich gelobe und verspreche in gegenwart des grossen
bau *Meister* s der gantzen welt und dieser sehr erhabenen
versammlung unter eben derselben verpflichtung die
ich bey meiner ersten aufnahme geleistet dass ich
verschweigen und bewahren will alles was ich von
denen *Geheimwissen* en der schottischen *Meister* etwa schon wissen oder an
jetzo noch erfahren mögte ich verspreche niemahls
davon was es auch seyn möge zu entdecken so w
enig einem fremden als einen gemeinen maurer der
nicht die ehre hat ein schottischer *Meister* zu seyn
ich verspreche niemahls ohne besondere erlaub
niss dieser richtigen und vollkommenen *Loge* darin
ich aufgenommen zu werden die ehre habe in
welchem theil der welt es seyn möge schottische
### SEITE 92
*Loge* en zu richten ich verspreche endlich niemals eine
heimliche aufnahme zu verrichten noch dergleichen
beyzuwohnen wenn irgendwo solches von andern
geschehen solte sondern vielmehr dergleichen ungeb
ührliche versammlungen und aufnahmen zu verabscheuen
alles dieses gelobe und verspreche ich so wahr
mir gott helffe darauf küsste ich die
bibel nach ablegung dieser pflicht was that
der *Meister* er befahl dem ältesten oberaufseher mich loss zu
binden und den tuch vom gesicht zu nehmen hiernächst
kleidete er mich als ein schottischer *Meister* seyd ihr
mit dem creutz des heiligen andrei unsers pat
rons bekleidet worden ia sehrerhabener ich habe
diese ehre und schätze mich dessen unendlich glücklich
wer hat euch damit bekleidet der sehrer
habene *Meister* vom stuhl so gleich nach meiner auf
nahme zum schottischen *Meister* thum wie hat er eucch
# d
### SEITE 93
damit bekleidet und was für ceremonien gebrauch
te er dabey er liess mich auf den mittelpunct des
allerheiligsten niederknien und befahl mir das gesicht
gegen morgen zu richten was that er nachdem ihr
seinen befehlen nachgekommen waret er bekleidete
mich mit dem ehrwürdigen creutz nachdem er mir
mit einem entblössten degen vier schläge ins creutz
von vorne über beyde schultern und an beyde
ohren gegeben und dabey die worte aussprache
geliebter bruder um euch ein deutliches und
untrügliches merckmahl der hochschätzung zu geben
so diese sehr erhabene *Loge* gegen eure verdienste hegt
so schlage ich euch zum ritter unsers schottischen sanct
andreas ordens durch diese vier schläge davon der
erste für den grossen bau *Meister* aller welt der zweyte
für den patron der dritte für den gross *Meister* und
der vierte für den orden gelten soll was that
### SEITE 94
er nachhero nachdem ich aufgestanden umarmete er
mich und wünschte mir glück zu der ehre so ich
überkommen hate welche exempel die brüder fol
geten er hilt darauf eine prächtige rede von
der vortrefflichkeit des schottischen *Meister* thums und der
glückseligkeit solcher brüder die den vorzug hab
en darein aufgenommen zu werden was lehrete
man euch darauf die zeichen merckmahle und wor
te eines schottischen *Meister* gebet mir das zeichen
darauf stehen die zwey arbeitenden *Meister* auf
und geben sich dasselbe könnet ihr mir auch
das merckmahl geben ia sehrerhabener hier
stehen sie wieder auf nähern sich einander und
geben das merckmahl mit denen hauptpuncten der
schottischen *Meister* schafft wie vil sind der hauptp
uncte in der schottischen *Meister* schafft fünfe
welches sind sie fuss gegen fuss knie gegen
# kn
### SEITE 95
knie der griff am ellebogen die lincke hand auf
den rücken und ein inbrünstiger kuss saget
mir das wort eines schottischen *Meister* der antwortende
stehet af und sagt sie dem *Meister* ins ohr ich
bin von euren kenntnisen in unserer erhabenen
wissenschafft und von euren richtigen antworten sehr
wohl zufrieden allein lieber bruder sagt mir
noch den ursprung des schottischen *Meister* worts und erzehlt
mir den zufall wodurch diese *Meister* so glücklich gew
orden solches zu entdecken nachdem hiram von tir
oberaufseher des bauwesens in dem tempel zu ierusa
lem da er einsmals seiner gewohnheit nach die
arbeit untersuchte erschlagen worden ( wie uns solches
in dem *Meister* thum der ordinairen *Loge* gelehret )
und durch diesen todt das *Meister* wort verlohren ge
gangen so sahe man sich genötiget an statt dessen
das wort m . . b ... n ... anzunehmen welches die drey
### SEITE 96
mahl funfzehen gesellen so da ausgesand worden um den
*Meister* aufzusuchen ausgesprochen als sie ihn wiedergefun
den und dieses wort welches noch jetzo das würckliche
*Meister* wort in denen ordinairen *Loge* en ist wurde viele
iahrhundert beybehalten bis endlich auf die zeit
der creutzzüge nach dem gelobten lande da unser
orden mit dem von sanct iohannes zu ierusalem sich
vereinbaret was geschahe alsdann zu der zeit
da man an wiederaufbauung des tempels derer christen
zu ierusalem arbeitete und den grund des alten
tempels aufräumete so entdeckte man auch den ort
welchen man ehedem das allerheiligste genannt
in dessen mittelpuncte fanden sich vier cubic und
vier runde steine welches die ordentliche grund
steine gewesen und einer auf den andern gesetzt
waren die chevaliers macons erstauneten für
verwunderung als sie auf dem letzten dieser
# st
### SEITE 97
steine das wor iehova gewahr worden ( dieses
wort wird aus ehrfurcht für die gottheit nicht
so sondern adonai ausgesprochen ) welches das eig
entliche wort des *Meister* s hirams gewesen was thaten
sie mit diesen steinen sie verwahreten sie sorgf
ältiglich und als sie aus dem gelobten lande
wieder zurück kamen überbrachten sie dieselben
nach schottland da sie dann nach der zeit zu
errichtung derer schottischen sanct andreas *Loge* en gele
genheit gegeben haben als welche heiligen zu
ehren wir noch iährlich den dreyssigsten november
als ein besonderes fest zu feyren pflegen
warum feyren wir das fest dieses heiligen zum
gedächtniss dessen dass die schotten ihm zu ihren
patron erwählet macheten die ritter der schott
ischen maurerey keine weitere entdeckungen ia
sehrerhabener ( tres sublime ) si banden an dem
### SEITE 98
ort des allerheiligsten vier schüsseln von feinem golde ei
ne auf die andere gesetzet und auf der untersten ein
grosses silbernes g . . gestochen was bedeutet dieses g . .
geometrie oder die fünffte wissenschafft was fanden
sie mehr vier stück säulen von ertz wie lang waren
sie eine jede war einer ellen lang daher man den
griff des ellenbogen genommen hat warum weil dieser
grif gewissermassen auf die aufhebung des *Meister* hirams
gegründet ist in dem man nach denen reguln der mecha
nic den cörper leichter beym ellenbogen als bey der
hand aufheben können was ist für ein unterscheid
zwischen den schottischen *Meister* zeichen und zwischen den zeichen
der ordinairen *Meister* ein sehr grosser unterscheid war
um weil es viel nachdrücklicher ist und eine weit
grössere ehrfurcht anzeigt und was bedeutet
die ceremonie des strickes sie erinnert uns des
strickes so die mörder des *Meister* hirams ihm um den
# h
### SEITE 99
hals gethan und womit sie den todten cörper aus
der westlichen thür des tempels geschleppet was bed
eutet endlich der sarg das grab oder das loch
in welches die mörder den *Meister* geworfen und mit schutt
bedeckt hatten bis nach zwölf uhr wie erging
es dann diesem köstlichen leichnam er wurd auf
befehl des könig salomonis in das allerheiligste
begraben nach geendigter arbeit befiehlet
der sehrerhabene *Meister* denen oberaufsehern das *Meister*
wort zu suchen und nachdem die brüder aufgestanden
sagen die oberaufseher einander in der stille das
wort lassen es lincks und rechts bey denen brüdern
herum gehen bis er wiederum an den *Meister* vom stuhl
gelanget welcher alsdann ausruffet freuet euch mit
mir lieb brüder wir haben wiederfunden was seit
so vielen iahrhunderten verloren gewesen amen .
#
##PAGE 100
d . . die so genannte schlüssel *Loge*
hat wiederum etwas ganz besonders scheinet von
unruhigen müssiggängern erdacht zu seyn ist durch
und durch verwerflich auch vermuthlich schon
grösstentheils wieder zu grunde gegangen wie
hiernächst folget .
auf den tapis findet sich erstlich der zweig
von olivenblättern bedeutet das zeichen des friedens
und der ruhe zweytens die trommel ist deswegen
da durch ihren schall bum bum bum das zeichen zu ei
nen allgemeinen aufstande zu geben dritens die fama
welche mit der trompete alarm bläset ruffet die
*Freimaurer* wieder zu sammen ihre natürliche freyheit
wieder zu erlangen und desfalls ein corps zu ma
chen viertens das dreyköpfige monstrum bedeutet
die herrschafft und regierung welche durch gewalt
und list den menschen um seine natürliche freyheit
#
### SEITE 101
und den genuss der zeitlichen dinge und was wir
menschen benötiget sind gebracht fünftens der erhabene
berg bedeutet tiranney womit wir in unserer
jetzigen scaverey gedrucket werden sechstens die
drey schlangen welche alhierwauf hieroglipische
und mystische art angebracht bedeuten die natur
die gerechtigkeit und tapferkeit siebentens die
speere pistohlen und fahnen sind waffen der *Freimaurer*
ihre verlorne freyheit wieder damit zu recu
periren und sich in friede und ruhe von allen
zeitlichen gütern zu erfreuen .
erforschende fragen welche ein *Meister* vom schlüssel
zu beantworten wissen und sich damit legitimiren
amuss .
ist der sehr ehrwürdige bruder ein *Meister*
vom schlüssel ich gehe in das allerheiligste wenn
ich will und es mir gefällig wo kommt der
### SEITE 102
sehrehrwürdige bruder her durch die frey
heit auf was vor eine stuffe der kreppen bef
indet sich der liebe bruder durch die stärcke
durch die gerechtigket und die natur zu wel
chem ende zu tödten das ungeheuer mit sammt
seinen dreyen köpfen wo ist dieses monstrum an
zutreffen auf einem berge welcher sehr erhaben
weiss jemand des ungeheuers stärcke die
tyranney der hochmuth ungerechtigkeit und
unwissenheit was hoffet der liebe bruder
von diesen todt die crönung mit einem lor
beercrantze oder crone um geruhig zu leben auch
von denen natürlichen gütern mich zu erfreuen
wie heisset das monstrum hochmuth warum
will der liebe bruder diese projecte machen
für den allmächtigen gott der aller sacheni
anfang ist woher hat der liebe bruder
### SEITE 103
dieses *Geheimwissen* erfahren durch eine heimliche
offenbahrung wenn und zu welcher zeit hat der
liebe bruder solche offenbahrung erhalten an
eine sonntage an was orte hat der liebe
bruder solche offenbahrung erhalten in dem hause
des allerhöchsten gottes was hat der liebe bruder
da gesehen auf einen hohen und erhabenen berge
ein erschröckliches monstrum mit dreyen köpfen drey
thiere so auf den berge sich aneinanderhaltend
hinauf klettern eine trommel die fama einen zweig
von oliven und kriegesrüstung was bedeutet
dieses alles das ist schon in denen übrigen fragen be
antwortet wie ist der sehrerwürdige bruder
in der schlüssel *Loge* auf und angenommen worden
mit glauben treue eyfer und tapferkeit
was hat der sehrehrwürdige bruder dasel
bst versprochen mich tödten zu lassen vor meine
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natürliche freyheit oder dieselbe hinwiederum
zu erlangen auf was art seyd ihr in die schlüss
el *Loge* auf und anangenommen wie ich bin aus
mutterleibe gebohren das ist frey nicht unter
thänig und unter keinem menschlichen gesetze
unterworffen sondern nur gott allein gehorsam
und unterthänig was ist das zeichen von dieser
*Loge* die hüfte nach dem exempel iacobs auf ein
mahlnstarck zu drucken was ist das merckmahl
aus rechter inbrünstigkeit zu küssen was ist das
wort adonai was ist das wort der *Loge*
iehova
die consolations *Loge* ist eine societät
von alchimisten welche ihren besondern teppich
ceremonien und kennzeichen haben ihre arbeit
hat fürnemlich die fixirung des mercurii
# z
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zum absehen und wird noch zur zeit fürnemlich in
halle gehalten verschiedenes doch nicht alles ist
davon bekannt man hält aber diese neue assoc
iation von keiner dauer und achtet sie der
weitern untersuchung nicht würdig amen .
/Copiales 3. ?