Altdeutsche Schwabacher Schrift

Siehe auch:Altdeutsche Frakturschrift, Altdeutsche Kurrentschrift, Altdeutsche Sütterlin-Schrift, Altdeutsche Schwabacher
Herkunft / Verwendung:Die Schwabacher, auch alte Schwabacher Schrift, ist eine Frakturschrift, die im 15. Jahrhundert entstand. Sie war vom späten 15. Jahrhundert bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts die vorherrschende deutsche Schrift, danach wurde sie von der deutschen Frakturschrift weitgehend verdrängt.

Die Schrift wurde nach der mittelfränkischen Stadt Schwabach (ca. 15 km von Nürnberg entfernt) benannt, die bekannt für ihr Goldschlägerhandwerk war und ist.

Der Grund für die Benennung ist nicht ganz genau geklärt, aber wahrscheinlich geht der Name auf die Schwabacher Artikel zurück, wie sie auf einem Konvent in 1529 zu Schwabach beschlossenen und in eben dieser Schriftart abgedruckt wurden. "Schwabacher" wäre also die umgangssprachliche, verkürzte Bezeichnung für "die Schrift, in der die Schwabacher Artikel gedruckt wurden".

Benutzt wurde die Schfit aber schon 1472 von Johann Bämler in einem Augsburger Wiegendruck und ab 1485 in Nürnberg. Auch Anton Koberger (1490, "Schedelsche Weltchronik") und Albrecht Dürer (1498, "Dürersche Apokalypse") benutzten sie recht früh.

Ab 1522 wurde sie auch für die Lutherbibel gebraucht, so dass sie Verbreitung in Deutschland fand.

Die Schrift war die Verbreiteste in Deutschland bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, als sie langsam von der deutschen Frakturschrift verdrängt wurde. Die Nationalsozialisten verboten 1941 die Schrift sogar für den amtlichen Umgang und in Schulen, weil sie angeblich zu jüdisch sei. Sie nannten sie abfällig "Schwabacher Judenlettern" und ordneten stattdessen die Verwendung der Antiqua-Schrift an - vielleicht, weil diese in zukünftig angestrebten Gebieten des "großdeutschen Reiches" mehr Verbreitung hatte.

Spezifikation des Codes



Beispiel

Klartext:Beispielklartext
Kodiert:

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Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links

Fry, Edmund: Pantographia, Cooper and Wilson Verlag, London, 1799 , ab S. 266