Murray Klappentelegraph Code

Kategorisierung:Kodierungen / symbolbasiert
Siehe auch:Murray Code (CCITT-2), Preußischer-Optischer-Telegraph, Pophams optischer Masten-Telegraf, Jenks Arm-Telegrafie, Pasleys optischer Masten-Telegraf
Herkunft / Verwendung: Nachdem die Franzosen mit dem Chappe-Flügeltelegrafen bereits einen funktionierenden optischen Telegrafen hatten, wurde auch in England nach einem solchen System gesucht. Es setzte sich der Klappentelegraf von Murray bei der Königlichen Admiralität durch.

Der Klappentelegraph war ein von Lord George Murray 1795 erfundener optische Telegraf, der sogenannte 'six shutter semaphor', der mit 6 Klappen (2 nebeneinander, 3 untereinander) Zeichen kodierte, indem die jeweiligen Klappen sichtbar bzw. nicht sichtbar gemacht wurden. Rechnerisch sind so 64 Stellungen und damit darstellbare Zeichen möglich.

Die erste Verbindung wurde zwischen London und der Stadt Deal an der Ostküste, sowie Sheerness an einem nördlich verlaufenden Nebenzweig errichtet. Sie bestand aus 15 Relaisstationen. Die Übertragung einer Nachricht von London nach Deal dauerte etwa eine Minute. Das Netz wurde in den folgenden Jahren ständig erweitert, 1808 waren 65 Anlagen in Betrieb. Das System war bis 1816 die vorherrschende Methode, auch wenn das Wetter auf den britischen Inseln eine Übertragung wegen schlechter Sichtverhältnis oft erschwerte.2 Dann wurde es durch Pophams Masten-Telegraph abgelöst.

Spezifikation des Codes

Fischer 2007 (Geocaching) Version

Wie der Lehrer Helmar Fischer auf seiner Website3 erläutert, ist die bisher gebräuchliche Geocaching-Version der Anordnung der Klappen 2007 frei von ihm ergänzt worden - auf Grundlage eines von ihm gefundenen Bildes des Telegraphen. Diese Version hat sich in Geocaching-Kreisen durch Verwendung in Mysteries durchgesetzt.

Fischer 2016 Version

2016 setzte sich der Lehrer abermals mit der Universität Essen zusammen und zusammen mit dieser konnte eine dem historischen Original wohl sehr viel nähere Version aufgrund der Quelle "The old Telegraphs" von Geoffrey Wilson (Phillimore, 1976) rekonstruiert werden, die hier ebenfalls aufgeführt werden soll.



Roucoux 2003 Version

Eine weitere Version und zusätzliche Informationen zum Telegraphen finden sich auf der Website von von Omer Roucoux4. Auch diese Version soll hier Erwähnung finden. Die Buchstaben J und V konnten nicht rekonstruiert werden. Stattdessen werden hier die Konstellationen für I und U (angelehnt an das verkürzten lateinische Alphabet) benutzt.

Royal Navy 1796 Version

Ich habe ein altes Dokument1 von 1796 gefunden, in dem ein diensthabender Offizier der Royal Navy die Stellungen des Klappentelegrafen aufgezeichnet hat. Leider ist nur die Vorderseite mit den Buchstaben A bis R vorhanden, wobei der Buchstaben I fehlt. Ich habe die vorhandenen Buchstaben vom Original übernommen, das I mit dem J gleichgesetzt und die restlichen Buchstaben mit noch freien besetzt, wobei ich mich an der Fischer 2007 Version orientierte. Die Klappenkonstellationen der hinzugefügten Sonderzeichen und Zahlen orientieren sich an Logik, Merkbarkeit und Einfachheit. Sollten ich noch weitere Dokumente, aussagekräftige Dokumente finden, so werde ich es verbessern.

Beispiel

Klartext:Beispiel
Kodiert Fischer 2007:
Kodiert Fischer 2016:
Kodiert Roucoux 2003:
Kodiert Royal Navy 1796:

Code / Chiffre online dekodieren / entschlüsseln bzw. kodieren / verschlüsseln (DeCoder / Encoder / Solver-Tool)



Quellen und weiterführende Links

1 "An Officer on Duty", Royal Navy: Telegraph erected on the Admiralty Office, Aufzeichnung 1796, published 1796 S.W. Fores
2 Wrixon, Fred B.: Codes, Chiffren & andere Geheimsprachen, Könemann Verlag 2000, S. 445
3 Website zum Klappentelegraph von Helmar Fischer
4 zusätzliche Informationen zum Telegraphen auf den Seiten zur Dunstable Signalling Station von Omer Roucoux (englisch)