Doppelkastenschlüssel Chiffre

Kategorisierung:Klassisch / Substitution
Herkunft / Verwendung: Der Doppelkastenschlüssel (auch Doppelkassettenschlüssel) war ein während des zweiten Weltkriegs von der deutschen Wehrmacht in der Zeit zwischen 1941 und 1944 eingesetztes Verfahren mit Bleistift und Papier, dass benutzt wurde, wenn eine Enigma nicht greifbar oder zu unhandlich war. Die Allierten nannten das Verfahren No Index System, weil die Deutschen keine Verfahrenskennung (Index) voranstellten, wie es sonst üblich war.

Während die Playfair Chiffre ein Polybios-Quadrat und die Four-Square Chiffre vier Polybios-Quadrate einsetzt, benutzt das Doppelkastenschlüsselverfahren zwei Quadrate (wohl namensbegründend), diese für jeden Buchstaben aber doppelt.

Außerdem bedient es sich ähnlich wie die Seriated-Playfair einer einfachen Transposition, indem die Buchstabenpaare vertikal und nicht horizontal gebildet werden.

Anders als bei Seriated-Playfair wurden bei einer Zeilengleichheit bei der Kodierung nicht einfach die Buchstaben gegeneinander ausgetauscht, sondern der rechts (meistens) oder links neben dem Partner liegende ausgewählt.

Das Verfahren wurde nicht nur während der gesamten 2. Weltkrieges beim Militär eingesetzt, sondern auch bei der SS und den Polizeien. In einigen Heeresverbänden wurde zur Vereinfachung der 2. Kodierschritt weggelassen, also nur einfach kodiert.

Der Doppelkastenschlüssel wurde bald von der Allierten, u. a. im Bletchley Park, welcher dafür eine eigene Abteilung hatte, geknackt. Zum Schluss wurde zur Aufrechterhaltung der Sicherheit alle paar Stunden der Schlüssel gewechselt und schließlich 1944 das Verfahren durch den Rasterschlüssel-44 abgelöst. Dennoch wurde der Doppelkasten bis Kriegsende noch vereinzelt genutzt.

Beschreibung des Algorithmus

Die Doppelkastenschlüssel Chiffre ist dem Two-Square-Chiffre von der Funktionsweise sehr ähnlich, unterscheidet sich von ihm aber dadurch, dass

Beispiel

Klartext:Dieser Beispielklartext dient der Illustration des Doppelkastenschluesselverfahrens
Schlüssel:11,Apfelstrudel,Kirschtorte
Variante:Doppelte Kodierung mit Wahl des rechten Nachbarn bei gleicher Zeile
Chiffrat:ACFHB TLUBT LOCRL QFHMY DDSKB HLQRC FEQEA GCOEQ DLTBI SEMQD PBNSB TGMQL FMCUS PNBZR AKTMG THX
Die beiden Polybios-Quadrate: Kasten A Kasten B A P F E L K I R S C S T R U D H T O E A B C G H I B D F G L K M N O Q M N P Q U V W X Y Z V W X Y Z Zeilenumbruch bei 11 (Teil des Schlüssels) DieserBeisp ielklartext dientderIll ustrationde sDoppelkast enschluesse lverfa hrensX 1. Paar, 1. Kodierung: DI --> TL A P F E L K I R S C S T R U D H T O E A B C G H I B D F G L K M N O Q M N P Q U V W X Y Z V W X Y Z 1. Paar, 2. Kodierung: TL --> AC A P F E L K I R S C S T R U D H T O E A B C G H I B D F G L K M N O Q M N P Q U V W X Y Z V W X Y Z usw. usf. ergibt ACFHB TLUBT LOCRL QFHMY DDSKB HLQRC FEQEA GCOEQ DLTBI SEMQD PBNSB TGMQL FMCUS PNBZR AKTMG THX

Code / Chiffre online dekodieren / entschlüsseln bzw. kodieren / verschlüsseln (DeCoder / Encoder / Solver-Tool)

Bitte geben Sie drei Schlüssel, durch Kommata getrennt, an.
  1. Anzahl der Zeichen pro Zeile
  2. Schlüsselwort für A-Kasten*
  3. Schlüsselwort für B-Kasten*
*am sichersten sind alle 25 verwürfelte Buchstaben des Alphabetes ohne J.



Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links

Kippenhahn, Rudolf: Verschlüsselte Botschaften, Nikol Verlag 2006, S. 134
Bauer, Friedrich L.: Entzifferte Geheimnisse, Springer Verlag 1995, S. 56
Schmeh, Klaus: Codeknacker gegen Codemacher, W3L 2008, S. 39