Chappes optischer Flügel-Telegraf

Kategorisierung:Kodierungen / symbolbasiert
Herkunft / Verwendung: Dieses nach dem französischen Techniker Claude Chappe benannte Telegrafie-Verfahren nutzte einen hohen Masten, an dem ein drehbaren Balken befestigt war, an dessen beiden Enden sich widerum je ein drehbarer Balken befand. So konnte unterschiedliche Muster und damit Buchstaben signalisiert werden.

Ab 1790 entwickelte Chappe seinen Flügel-Telegrafen und 1794 wurde die erste reguläre damit ausgestattete Telegrafenlinie zwischen Paris und Lille eingerichtet werden, die mit 22 Semaphorstationen etwa 240 km1 (bzw. 2252 oder 2703 km, je nach Quelle) überbrückte.

In Sachen Geschwindigkeit war das damals eine Sensation bei der Übertragung über lange Strecken. Es konnten Nachrichten in nur 2 Minuten von Paris nach Lille (und in 20 Minuten von Paris nach Toulon) übertragen werden.1 Vorausgesetzt natürlich, dichter Nebel oder sehr schlechtes Wetter schränkte die Sicht nicht zu sehr ein.

Eine weitere Erhöhung der Geschwindigkeit wurde durch die Entwicklung eines Codebuches zusammen mit Léon Delauney möglich. Es enthielt 9999 Einträge für Redewendungen, Wörter und Zahlen. So mussten oft benutzte und verzeichnete Wörter bzw. Sätze nicht Buchstabe für Buchstabe übertragen werden.

Das System wurde später auch von Napoléon Bonaparte genutzt, was ihm einen Vorteil verschaffte, da es etwaigen Systemen anderen Armeen überlegen war. Der offensichtlichen Schwäche, dass auch der Feind mitlesen konnte, begegnete man, in dem man Geheim-Codes benutzte.

Spezifikation des Codes

Beispiel

Klartext:Beispiel
Kodiert:

Code / Chiffre online dekodieren / entschlüsseln bzw. kodieren / verschlüsseln (DeCoder / Encoder / Solver-Tool)



Quellen und weiterführende Links

1 Wrixon, Fred B.: Codes, Chiffren & andere Geheimsprachen, Könemann Verlag 2000, S. 440; Paris-Lille = 240km
2 Paris-Lille = 270km - Wikipedia Quelle 1, Abruf vom 2017-10-08
3 Paris-Lille = 225km - Wikipedia Quele 2, Abruf vom 2017-10-08
Kahn, David: The Codebreakers - The Story of Secret Writing, Macmillan Verlag 1968, S. 837