Ägyptische Hieroglyphen Alphabet

Kategorisierung:Kodierungen / schriftbasiert
Herkunft / Verwendung:Von den seit ca. 3200 v. Chr. eingesetzten ägyptischen Hieroglyphen nahm man anfangs an, das sie den Charakter einer reinen Bilderschrift hätten, eine Hieroglyphe also für ein Wort stand. Das sollte sich erst 1799 mit der Entdeckung des Steins von Rosetta ändern. Diese gewaltige, etwa 750 kg schwere Steintafel enthielt einen Text von 196 v. Chr. in drei Ausführungen: auf griechisch, auf demotisch und in Hieroglyphenschrift.

Die Entschlüsselung des Rosette Steins brachte hervor, dass es sich bei Hieroglyphen um keine reine Bildsprache, sondern um eine Sprache mit Phonogrammen, also Lauten handelt, in der nur manche Zeichen bildlich zu deuten sind.

Während normale Hieroglyphen die normale Umgangs- und Alltagsschrift der Ägypter darstellte, wurde erstmals ca. 1900 v. Chr. in einer Stadt namens Menet Khufu am Rande des Nils in einem Grabmal des Khnumhotep II. eine Inschrift von Hieroglyphen verwandt, die sich davon merklich unterschied.1 Auch wenn die Intention der Verfassers wohl weniger die Verschlüsselung und Geheimhaltung der Nachricht war als denn das Emporheben der Wichtigkeit der Nachricht durch Verwendung einer besonderen Schrift, so kann man dies mehr oder weniger in das Gebiet der Kryptographie einschließen, was es zur ältestens bekannten Anwendung dieser macht. Zu Anfangszeit gab es etwa 700 ägyptische Hieroglyphen, deren Zahl im Laufe der Zeit auf ungefähr 7000 Zeichen anwuchs. Damit gehören die ägyptische Hieroglyphen zu den umfangreichsten Schriftsystemen überhaupt.

Normalerweise werden die Hierogylphen von oben nach unten und von rechts nach links geschrieben. Oft fand dies auch mit farbigen Glyphen statt, wobei die Farbe meist der natürlichen Farbe des abgebildeten Objektes entsprach. Da Hieroglyphen auch zur Schmückung von Tempeln und Grabmälern zur Anwendung kam und es dort mehr auf die Schönheit und Ästhetik ankam, konnte die Schriftrichtung aber auch variieren, wenn dies ein schöneres Bild ergab. Die Schriftrichtung ist trotzdem einfach zu ermitteln: die Zeichen sind immer dem Textanfang zugewandt, blicken den Leser also an. Dies ist z. B. leicht bei Tierköpfen sichtbar.

Die ägyptischen Hieroglyphen sind von Haus aus zwar keine Alphabetschrift (so wie wir sie heute im westlichen Teil der Welt schreiben), dennoch gab es sogenannte Einkonsonantenzeichen, mit den man ein solches bilden kann. Dieses findet auch im Dekodierer Anwendung, um lateinische Buchstaben zu ägyptischen Hieroglyphen zu übersetzen.

Übersetzung der Buchstaben / Geheimzeichen



* nicht vorkommende Zeichen wurden durch lautähnliche Zeichen aufgefüllt.

Beispiel

Klartext:Beispielklartext
Kodiert:

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Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links

1 Kahn, David: The Codebreakers - The Story of Secret Writing, Macmillan Verlag 1968, S. 71
Singh, Simon: Geheime Botschaften, Hanser Verlag 2000, S. 249